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Serienmörder versetzt Öland in Schrecken

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06.03.2013

Schweden Serienmörder versetzt Öland in Schrecken

Fünf Tote, eine Schwerverletzte und ausgelöschte Spuren.

Stockholm – Es klingt wie ein Schwedenkrimi und ist doch Wirklichkeit. Auf der idyllischen Ferieninsel Öland treibt anscheinend ein Serienmörder sein Unwesen. Fünf Menschen sind bislang gestorben. Ihre Häuser wurden niedergebrannt und Spuren damit verwischt. Die Polizei ist ratlos. Einige Inselbewohner sind bereits kurzfristig umgezogen, andere haben sich bewaffnet, wie die Zeitung „Expressen“ berichtet.

„Es ist angsteinflössend. Das empfinden wohl wir alle hier“, sagt Inselbewohner Peter Svensson dem TV Sender TV4. „Es ist sehr betrüblich. Wir fühlen uns machtlos. Menschen verschließen ihre Türen, haben ihre Außenhausbeleuchtung verstärkt und Alarmanlagen installiert“, beschreibt auch Kommunalrätin Lisbeth Lennartsson die Situation auf der sonst so friedlichen Ostseeinsel. Die diente bislang sogar der Königsfamilie Schwedens jeden Sommer als erholsamer Zufluchtsort. Nun hofft das landesweite TV-Kriminalprogramm „Gesucht!“ zur Aufklärung beizutragen.

Erschlagen und verbrannt

In einer kalten Winternacht schlug der Mörder zum bisher letzten Mal zu. Am Morgen des 15. Dezember alarmierten Inselbewohner die Polizei, weil die Garage ihrer Nachbarn brannte und alles seltsam ruhig wirkte. In der von außen verriegelten Garage fand die Polizei die verkohlten Leichen des 57-jährigen Gustaf Linder-Nordlander, seiner Frau Annika (55) und des gemeinsamen Hundes. Gerichtsmediziner konnten später feststellen, dass der Mann mit einem Hammer erschlagen wurde. Seine Frau und der Hund sollen hingegen mit einer Flinte erschossen worden sein. Das Feuer war laut Brandtechnikern angelegt, um DNA-Spuren zu verwischen.

Der schauerliche Mord ist anscheinend nur die Spitze des Eisberges. Im Januar 2005 entkam eine ältere Dame nur knapp und mit schweren Brandverletzungen dem Tod bei einem Hausbrand, dessen Ursache ungeklärt blieb. Drei Monate später, im März, wurden die Überreste eines 54-jährigen Mannes in dessen niedergebranntem Haus geborgen. Brandursache: wieder unbekannt. Wieder sechs Monate später, im September 2005, brannte ein Haus an einem Campingplatz nieder. Dieses mal gab es keine Opfer. Im August 2006 wurden Barbor Karlsson (69) und ihr Lebenspartner Bertil Sandin (66) ermordet in ihrem niedergebrannten Haus aufgefunden. Das Haus war verschlossen; Wertgegenstände fehlten nicht. Dann war erst einmal Ruhe auf Öland – bis zum vergangen Dezember.

Hilfe vom Festland

Aus dem schon 2006 aufgekommenen Gerücht, einer der Inselbewohner selbst sei als Serienmörder unterwegs, scheint nun zunehmende Gewissheit zu werden. Die Mordkommission schließt einen Zusammenhang zwischen den Fällen nicht mehr aus, bestätigt ihn aber auch nicht. Der Kriminologe Leif Persson hingegen ging in der Fahndungssendung „Gesucht!“ von einem auf der Insel wohnenden Serientäter aus. Die Morde geschahen alle in benachbarten Ortschaften. Die Opfer gehören alle zur älteren Generation. Die Spuren wurden stets systematisch durch Brandstiftung vernichtet. Besonders beunruhigend: Der Polizei fehlt laut Boulevardpresse und Fernsehen, die den Fall kürzlich an die große Glocke gehängt haben, noch immer jede Spur.

„Solche Fälle sind schwer zu lösen, weil die meisten Beweise verbrannt sind“, sagte ein Polizeitechniker der Zeitung „Aftonbladet“. Um die ratlosen Inselpolizisten zu unterstützen, reiste aus Stockholm extra Reichskriminalkommissar Jan Karlsson an. Einen Zusammenhang zwischen allen Morden wollte er in „Expressen“ nicht bestätigen. Auch sei unklar, ob Rache ein Motiv sein könnte. „Uns sind keine Drohungen gegen die Opfer bekannt“, sagte Ermittler Ulf Martinsson dem Sender TV3. „Es können genauso gut auch mehrere Täter sein. Das ist ja selbstredend. Beim letzten Fall wurden schließlich zwei Menschen und ein Hund ermordet.“

Der dabei getötete Mann hatte nach Wissen seines Bruders Erik Linder keine Feinde. „Dass es ein Inselbewohner sein könnte, ist das Schlimmste“, sagte Linder in „Gesucht!“. „Wir wissen es ja nicht, aber vielleicht ist es jemand, mit dem man Umgang hat, denkt man manchmal. Da ist ständig so ein misstrauisches Gefühl im Bauch.“

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