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Schlussspurt am neuen Hauptstadtflughafen

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23.02.2012

Berlin Schlussspurt am neuen Hauptstadtflughafen

Rund 5.000 Arbeiter werkeln insbesondere noch im Terminal.

Berlin – Im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld herrscht große Betriebsamkeit. An allen Ecken und Enden werkeln Handwerker, Techniker und Innenarchitekten. „Mehr als 5.000 Arbeiter sind derzeit auf dem Gelände beschäftigt“, sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel. „Der große Teil davon arbeitet im Terminal.“ Denn in rund 100 Tagen, am 3. Juni, soll der neue Airport eröffnet werden.

Der 120.000 Quadratmeter große Steinboden der Abfertigungshalle ist fast vollständig verlegt. Die Wände und die Decke werden vertäfelt. An Check-in-Countern und Gates werden Computer und Drucker installiert, die Sicherheitsschleusen stehen bereits. Der Ausbau des Gastronomie- und Einzelhandelsbereichs, durch den die Passagiere auf dem Weg zu den Abflughallen geleitet werden, begann Ende des vergangenen Jahres. „Hier gibt es noch viel zu tun“, sagt Kunkel. Aber alles werde rechtzeitig fertig, versichert er.

Wesentliche Arbeiten am Flughafen abgeschlossen

Wesentliche Arbeiten am Flughafen seien bereits abgeschlossen, sagt der Sprecher. Sowohl die Straßen- als auch die Schienenanbindung ist fertiggestellt. Im Durchfahrtsbahnhof direkt unter dem Terminal werden Regional- und S-Bahnen sowie einige Fernzüge halten. Die beiden Start- und Landebahnen sind einsatzbereit, der Tower steht, die Energiezentrale ist bereits in Betrieb.

Die verbleibenden Arbeiten konzentrieren sich im wesentlichen auf das Terminal. Dabei gehe es nicht nur um den Innenausbau, sondern vor allem um Probeläufe und unzählige Tests, sagte Kunkel. Geprüft werden Abläufe wie Check-in, Gepäckbeförderung, Personenkontrolle. Seit Februar testen insgesamt rund 10.000 Menschen den Flughafen auf Herz und Nieren.

„Wir versuchen, schon zur Eröffnung einen möglichst reibungslosen Betrieb zu gewährleisten“, sagt Kunkel. „Aber auch dieser Flughafen wird Kinderkrankheiten haben.“ Überhaupt sei es eine riesige logistische Aufgabe, zwei Flughäfen zu schließen und einen neuen zu eröffnen. Die beiden Airports in Tegel und Schönefeld werden am Abend des 2. Juni ihre Pforten schließen, und in der Nacht erfolgt der Umzug zum neuen Flughafen.

Anhaltende Proteste und große Erwartungen

Die bevorstehende Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens wird von starken Widerständen, aber auch großen Erwartungen begleitet. Einerseits reißen die Proteste von Bürgerinitiativen gegen die inzwischen festgelegten Flugrouten nicht ab. Andererseits sehen Politik und Wirtschaft den neuen Flughafen als Voraussetzung für weiteres Wachstum und Beschäftigung in der Region.

Mit 20.000 Jobs sei der Flughafen der größte Arbeitsplatz in Ostdeutschland, sagt Kunkel. Dass die Entwicklung des Flughafenumfelds bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieb, sehen Beobachter gelassen. „Die Unternehmen kommen, wenn der Flughafen seinen Betrieb aufgenommen hat“, sagt der Hauptgeschäftsführer des regionalen Bauindustrieverbands, Axel Wunschel.

Das Passagieraufkommen an den Berliner Flughäfen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Im Jahr 2011 wurden insgesamt mehr als 24 Millionen Passagiere in Tegel und Schönefeld abgefertigt. Das war ein Wachstum von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen entwickelte sich der Luftverkehr in Berlin-Brandenburg damit auch im neunten Jahr in Folge stärker als der Durchschnitt der internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland. Nach Frankfurt am Main und München ist Berlin – gemessen an den Fluggastzahlen – der drittgrößte Luftfahrtstandort in Deutschland.

Diese Verkehrsentwicklung dient dem Chef der Berliner Flughäfen, Rainer Schwarz, als Steilvorlage: „2011 war ein weiteres Jahr der Rekorde.“ Mit diesem Ergebnis seien bereits vor Inbetriebnahme des neuen Airports die ursprünglichen Pläne für dessen Eröffnungsjahr weit übertroffen worden.

Allerdings werde das insgesamt gute Ergebnis der Berliner Flughäfen im vergangenen Jahr getrübt durch einen Rückgang der Passagierzahlen in Schönefeld um 2,5 Prozent, räumt Schwarz ein. Dies sei wie erwartet auf die Einführung der Luftverkehrssteuer zurückzuführen.

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