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Kubicki attackiert Berliner Parteispitze

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05.11.2011

FDP Kubicki attackiert Berliner Parteispitze

„Momentan glauben viele, dass in der Euro-Krise die jungen Gesichter zu wenig Sicherheit ausstrahlen.“

Kiel – Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, hat die Berliner Parteiführung für das negative Erscheinungsbild der FDP verantwortlich gemacht. Die fünf FDP-Minister seien in der Euro-Krise „kaum wahrnehmbar“, sagte Kubicki in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Der FDP-Vorsitzende und Wirtschaftsminister „Philipp Rösler könnte natürlich erklären, wie die griechische Wirtschaft wieder leistungsfähig werden kann und welche Schritte dafür notwendig sind. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) könnte sich in die Diskussion um das künftige Europa einmischen.“

Als mögliche Ursache für das mangelhafte Erscheinungsbild seiner Partei nannte Kubicki das Alter von Parteichef Rösler (38) und Generalsekretär Christian Lindner (32). „Momentan glauben viele, dass in der Euro-Krise die jungen Gesichter zu wenig Sicherheit ausstrahlen“, sagte der 59-Jährige zu „Focus“. Das erkläre auch die wachsende Bedeutung des FDP-Fraktionschefs Rainer Brüderle: „Wir wünschen uns in schwierigen Lebenssituationen Menschen mit Lebenserfahrung, mit einer inneren Ruhe und Gelassenheit.“ Er habe in seiner mehr als 40-jährigen Mitgliedschaft in der FDP eine „so tiefgreifende Verunsicherung unter den Mitgliedern und eine so dauerhafte Ablehnung der Partei“ noch nicht erlebt, sagte Kubicki „Focus“.

Die Landtagswahl in Schleswig-Holstein im kommenden Mai werde für die Liberalen von existenzieller Bedeutung sein. Wenn die Wahl „dramatisch verloren“ gehe, dann „könnte die FDP implodieren“, so Kubicki. Grundsätzlich kritisierte Kubicki ein mangelndes Profil der FDP. Die Wähler hätten großes Vertrauen in die Wirtschaftskompetenz der Liberalen gehabt und in „unsere Fähigkeit, Probleme sachlich anzugehen“. Die Erwartungen aber seien „enttäuscht“ worden. „Wir hatten bislang für wesentliche Fragen der Zeit keine Lösungen im Angebot.“

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