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Insolvenzverfahren nicht mehr aufzuhalten

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28.03.2012

Schlecker Insolvenzverfahren nicht mehr aufzuhalten

Auch Verfahren für Tochter Ihr Platz eröffnet – Ringen um Länder-Bürgschaft geht weiter.

Ulm/Ehingen – Das Amtsgericht Ulm hat am Mittwoch die Insolvenzverfahren für die Drogeriekette Schlecker und deren Tochter Ihr Platz eröffnet. Damit sei das seit Januar laufende vorläufige Verfahren beendet, sagte Insolvenzrichter Benjamin Webel der Nachrichtenagentur dapd. Jetzt gebe es kein Zurück mehr. Schlecker habe im Insolvenzverfahren nun eine andere Position bei den Verhandlungen mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern. So lägen jetzt die Kündigungsfristen, falls nicht kürzer vereinbart, bei drei Monaten, erklärte Webel.

Davon unberührt ging das Ringen um eine Bürgschaft der Länder für Schlecker weiter. In Baden-Württemberg, wo Schleckers Stammsitz Ehingen liegt, beriet am Mittwochnachmittag ein Landtagsausschuss, ob das Land in Vorleistung für die Bürgschaft über 70 Millionen Euro für eine Schlecker-Transfergesellschaft geht. Die Bürgschaft der Länder soll einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW absichern.

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will mit Hilfe der Bürgschaft eine Transfergesellschaft finanzieren für rund 11.000 meist weibliche Mitarbeiter, die von Kündigungen bedroht sind. Sie sollen nach einer Qualifizierung in neue Jobs vermittelt werden.

Einige Länder haben allerdings Vorbehalte gegen eine Transfergesellschaft. Niedersachsen hatte die Zustimmung zu der Bürgschaft zunächst abgelehnt, sich dann aber doch weiter gesprächsbereit gezeigt. Auch Sachsen hat wiederholt Skepsis geäußert und lässt eine Entscheidung offen.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle lehnt eine Transfergesellschaft für die gekündigten Schlecker-Mitarbeiter weiter ab. Sinnvoller wären regionale Beschäftigungsgesellschaften, die genau auf den örtlichen Arbeitsmarkt abgestimmt seien, sagte der frühere Bundeswirtschaftsminister in Berlin.

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