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06.12.2009

Schlamperei bei Entsorgung radioaktiv verseuchter Rückstände

Köln – Bei der Entsorgung von mehreren Millionen Tonnen radioaktiv verseuchter Rückstände aus der Erdöl- und Erdgasförderung wird offenbar geschlampt. Für einen Großteil fehle der Nachweis der sicheren Entsorgung, will der WDR recherchiert haben. Die Öl- und Gasindustrie habe das Problem bis heute vor der Öffentlichkeit „verheimlicht“. Seit Jahrzehnten werden laut dem Bericht mit jedem Barrel Öl und jedem Kubikmeter Gas zugleich große Mengen radioaktiver Substanzen an die Erdoberfläche gebracht, die ordnungsgemäß entsorgt werden müssten. Diese Abfälle enthalten häufig Radium226, das ein großes Gesundheitsrisiko darstellt. Es zerfällt zu Radon, das neben Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Außerdem ist Radium 226 sehr langlebig (Halbwertzeit: 1600 Jahre) und extrem giftig: Schon kleinste, im Körper aufgenommene Mengen können Knochenkrebs auslösen. Experten in Kanada vergleichen die Risiken der radioaktiven Rückstände aus der Öl- und Gasindustrie mit der Asbest-Problematik vor 20 Jahren. Das Bundesumweltministerium war zu einem mehrfach angefragten Interview nicht bereit. Allein in Deutschland fallen tausend bis zweitausend Tonnen solcher Rückstäne pro Jahr an.

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