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Annette Schavan

© dts Nachrichtenagentur

23.12.2012

Plagiats-Affäre Schavan weist Vorwürfe „entschieden zurück“

„Ich möchte Ministerin bleiben über die Bundestagswahl hinaus.“

Berlin – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) setzt sich im Plagiatsverfahren um ihre Doktorarbeit zur Wehr. „Ich habe meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Deshalb weise ich die Vorwürfe entschieden zurück“, sagte sie im Interview der „Welt“. Gleichzeitig bestritt sie Rücktrittsgedanken: „Ich möchte Ministerin bleiben über die Bundestagswahl hinaus.“ Sie erfahre „ungewöhnlich viel Ermutigung und Unterstützung in der Wissenschaft, der Politik und einer breiten Öffentlichkeit“.

Zuvor war bekannt geworden, dass der Promotionsausschuss der Universität Düsseldorf ein Prüfungsverfahren zum Entzug des Doktortitels empfiehlt. Ein Gutachter der Universität will eine „leitende Täuschungsabsicht“ der Ministerin bei ihrer 1980 fertig gestellten Arbeit „Person und Gewissen“ erkennen. Am 22. Januar entscheidet der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät, ob das Verfahren eröffnet wird

Schavan erinnerte daran, dass zu einem fairen Verfahren auch Diskretion gehöre. „Deshalb habe ich in der Öffentlichkeit im Wesentlichen geschwiegen und werde das auch weiterhin tun“, sagte sie. „Wenn die Universität es anders handhabt, gilt: Jeder trägt Verantwortung für das, was er öffentlich sagt.“

Für die ersten Monate des neuen Jahres kündigte die Ministerin eine „Bildungsreise zu vielen interessanten Standorten der Bildungsrepublik Deutschland“ an. Sie wolle „Impulse aufnehmen für unsere Politik der nächsten Wahlperiode“. Außerdem werde sie die Internationalisierung des Wissenschaftssystems vorantreiben. „Wir sind dabei, die berufliche Bildung europäisch auszurichten“, sagte Schavan.

Die Bundesregierung setze sich stark für eine Ausbildungsallianz ein, die darauf abziele, möglichst vielen Jugendlichen in möglichst kurzer Zeit ein Angebot für ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine Qualifizierung zu machen. Schavan nannte es alarmierend, dass 7,5 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene in Europa ohne Arbeit seien. „Es wäre ein ermutigendes Zeichen, wenn die erste Million bis 2014 einen Einstieg gefunden hätte“, sagte die Ministerin. Deutschland werde dazu viele Impulse setzen.

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