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Schaffrath mischt „Zärtliche Machos auf

© dapd

07.04.2012

"Cecilia" Schaffrath mischt „Zärtliche Machos“ auf

41-Jährige spielt Theater in Frankfurt.

Frankfurt/Main – Kinderkrankenschwester, Erotikdarstellerin, Schauspielerin: Michaela Schaffrath hat vieles gemacht. Seit einigen Jahren ist sie, wie sie sagt, in der Schauspielerei angekommen und kann von Theater- und Fernsehengagements leben. Derzeit mischt sie auf der Bühne der Frankfurter „Komödie“ im Stück „Zärtliche Machos“ eine Männer-WG auf.

„Cecilia“ sei nicht ihre erste große Figur, das ist Michaela Schaffrath wichtig. In Braunschweig habe sie bereits die Hauptrolle in „Zauberhafte Zeiten“ gespielt. Ein Stück, das im Herbst in Hannover neu aufgelegt werde – wieder mit ihr in der Hauptrolle. Sie will nicht mehr auf ihre zwei Jahre in der Erotikbranche reduziert werden. „Dazu kann ich nur eins sagen: Ich lebe im Hier und Jetzt und nicht in der Vergangenheit.“

Im Hier und Jetzt, das ist in der Nähe von Köln. „In der kleinen Stadt hat sich schnell rumgesprochen, dass ich dort wohne, das ist nichts Besonderes mehr“, sagt die 41-Jährige. Überall, wo sie sonst auftaucht, wird sie zwar häufig erkannt, „aber dann bin ich meistens schon wieder weg“. Sie gehe ungeschminkt aus dem Haus, betont Schaffrath, „für den Alltag brezel ich mich nicht auf“.

Das habe sie als Kinderkrankenschwester auch nicht gemacht. Die Ausbildung eingerechnet hat die gebürtige Rheinländerin zehn Jahre in dem Beruf gearbeitet, drei davon auf der neuropädiatrischen Station im Clementine-Kinderhospital in Frankfurt. An insgesamt acht Jahre in der Stadt erinnert sie sich gerne. „Frankfurt ist meine, ist unsere Stadt!“, schwärmt Schaffrath. Ihr zweiter Mann, Michael Wanhoff, kommt aus Königstein im Taunus. „Es war immer wie Urlaub, wenn ich ihn früher dort besucht habe.“

Während Schaffrath die Rückkehr nach Frankfurt „ganz und gar nicht“ ausschließt, kann sie sich derzeit nicht vorstellen, wieder als Kinderkrankenschwester zu arbeiten, „aber vor drei, vier Jahren habe ich ernsthaft darüber nachgedacht“. Sich in der Schauspielerei zu etablieren, sei ein langer und steiniger Weg. „Es gibt gut 20.000 Schauspieler in Deutschland, von denen nur knapp fünf Prozent sehr gut davon leben können“, betont Schaffrath. Ihr gelinge das seit zwei Jahren. „Davor gab es wirklich Zeiten, da habe ich rumgekrebst.“

Im RTL-Dschungelcamp war Schaffrath in der Zwischenzeit auch noch. Die dritte Staffel 2008 schloss sie als Zweitplatzierte ab. „Das hat mir überhaupt nicht geschadet“, sagt sie. „Wenn man da ganz normal und authentisch reingeht, dann kann eigentlich nichts schiefgehen.“

So wie sie ist gibt sich Schaffrath auch auf der Bühne. Am Anfang ihrer Schauspielkarriere habe sie einen Rat von Dieter Pfaff bekommen: „Du darfst eine Rolle nicht spielen, du musst sie sein.“ Sie solle sich nicht so viele Gedanken darüber machen, wie sie beim Publikum wirke, habe der erfahrene Kollege geraten. Daran habe sie sich bis heute gehalten, sagt Schaffrath. „Über den Applaus am Ende der Vorstellung freue ich mich natürlich trotzdem sehr.“

Schaffrath hat das Stück „Zärtliche Machos“ schon mehr als 200 Mal gespielt, trotzdem ist sie noch vor jeder Vorstellung nervös. Das Lampenfieber helfe ihr, „eine gewisse Körperspannnung zu halten“. „Wenn man auf die Bühne geht, fängt man wieder bei null an“, sagt Schaffrath, die das Theaterspielen als ehrliches Handwerk und ihre „Berufung und Leidenschaft“ bezeichnet. Ihre Darstellerkollegen seien ihr gegenüber anfangs eher skeptisch gewesen. „Ich hatte keinen Bonus – im Gegenteil.“

„Bis auf fünf Wochen bin ich bis Anfang Februar komplett ausgebucht“, sagt Schaffrath. Doch der Stress, an sechs Abenden in der Woche auf der Bühne zu stehen, geht nicht spurlos an ihr vorbei, kürzlich erlitt sie einen Hörsturz. „Ich bin selber mein größter Kritiker, habe die Messlatte sehr hoch gelegt“, sagt die 41-Jährige. Sie erwarte nicht, dass jeder sie toll finde. „Es wird immer Leute geben, die mäkeln, aber damit muss man leben.“

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