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Schäuble kritisiert Altkanzler Kohl für Umgang mit Nachfolgern

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16.12.2011

Helmut Kohl Schäuble kritisiert Altkanzler Kohl für Umgang mit Nachfolgern

Berlin – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Altkanzler Helmut Kohl für dessen Umgang mit seinen Nachfolgern kritisiert.

In einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ über sein Leben in der Politik sagte Schäuble unter Bezug auf Kohls jüngste Äußerungen zu Europa: „Als Ehemaliger ist es nie ganz leicht, seine Rolle zu finden. Eine gewisse Zurückhaltung kann da helfen.“ Kohl hatte kürzlich in einem Interview erklärt, der Union sei außenpolitisch der Kompass aus der Hand gefallen. „Helmut Schmidt tritt ohne erhobenen Zeigefinger auf und erzählt seinen Nachfolgern nicht, was sie alles falsch machen“, sagte Schäuble. „Kohl hat das eine oder andere Interview gegeben, von dem ich fand: Na gut, das hätte man auch anders sagen können.“

Über den Bruch zwischen ihm und Kohl im Zuge der CDU-Spendenaffäre erklärte der Minister: „In gewisser Weise kann ich ihn sogar verstehen, er war in einer verzweifelten Lage. Er hat geglaubt, sein ganzes Lebenswerk, seine historische Leistung, würde von der Spendenaffäre überdeckt. Ich habe damals gesagt, unsere persönliche Beziehung ist beendet.“ Schäuble sprach zudem offen über seine Querschnittslähmung.

Der FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff habe ihn mal gefragt, ob er, wenn er träume, aufrecht gehe oder im Rollstuhl sitze. „Auf den Gedanken war ich noch gar nicht gekommen. Ich habe dann nachgedacht und gesagt: Im Traum bin ich Fußgänger. Das Unterbewusstsein findet sich offenbar nie mit der Behinderung ab.“ Nach wie vor verfolge er die Fortschritte der Rückenmarksforschung. „Aber ich habe mir früh verboten, meine Hoffnung darauf zu setzen.“

Über Angela Merkels Entscheidung, im Jahr 2004 nicht ihn, sondern Horst Köhler zum Bundespräsidenten zu küren, sagte Schäuble: „Ich weiß gar nicht, ob ich als Bundespräsident so glücklich gewesen wäre. Es belastet mich heute jedenfalls nicht, dass ich nicht Präsident geworden bin.“

Seinem früheren Ministerkollegen Karl-Theodor zu Guttenberg riet Schäuble, sich zurückzunehmen: „Am besten wäre es für ihn, wenn eine gewisse Ruhepause eingelegt würde.“

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