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Quereinsteiger Schmidt genießt den Moment

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06.02.2012

SC Paderborn Quereinsteiger Schmidt genießt den Moment

Paderborner Trainer hat Glück beim Heimatverein gefunden – Job als Maschinenbauer.

Paderborn – Den Job, den er eigentlich gar nicht wollte, hat Roger Schmidt so richtig lieben gelernt. “Im Moment genießen wir alle diese Situation”, sagt der 44-Jährige im Interview der Nachrichtenagentur dapd und lehnt sich entspannt in seinem Bürostuhl zurück. Mit dem SC Paderborn ist der Trainer die Überraschung in der 2. Fußball-Bundesliga und beim klammen Klub mit dem kleinsten Etat der Liga dürfen sie als aktueller Tabellendritter sogar vom Aufstieg träumen.Aber Schmidt ist da ganz realistisch. Er weiß, dass das alles auch sehr schnell wieder vorbeigehen kann. Trotzdem hat er seinen Vertrag in Paderborn gerade bis 2014 verlängert. Er setzt also weiter auf die Karte Fußball. “Eigentlich war es nie mein vorrangiges Ziel, Fußballtrainer zu sein”, sagt Schmidt, “es gibt schließlich viele Unwägbarkeiten in diesem Beruf.” Und so kann er sich auch vorstellen, “noch einmal etwas ganz Anderes zu machen”.

Schon bis 2007 arbeitete der Maschinenbau-Ingenieur Schmidt bei einer Firma in Paderborn, machte nebenbei ein bisschen auf Trainer und führte den TuS Delbrück in die Oberliga. Doch irgendwann konnte er doch nicht widerstehen, kündigte den Job und nahm das Angebot des lange in der Versenkung verschwundenen Traditionsklubs Preußen Münster an. “Das war ein Risiko”, sagt Schmidt und spricht von einer Bauchentscheidung. Tatsächlich musste er in Münster vor Vertragsende im März 2010 gehen.

Das große Glück fand der Quereinsteiger dann erst ein gutes Jahr später in Paderborn, wo er selbst noch in der Regionalliga gespielt hatte. “Man hat kurze Wege und kennt viele Leute”, sagt Schmidt. Natürlich weiß er, dass Paderborn nicht der Nabel der Fußball-Welt ist, aber vielleicht passen der SC und der unaufgeregte Schmidt gerade deshalb so gut zusammen. Mit Manager Michael Born hatte er zudem vor der Saison ein gutes Händchen in Sachen Spielereinkäufe. “Roger ist eine absolute Persönlichkeit. Er macht ein sehr modernes Training und kann die Ziele der Mannschaft hervorragend vermitteln. Und er bleibt dabei absolut authentisch. Er spielt den Jungs nichts vor”, sagt Born über Schmidt.

So hat der Trainer aus der Billigtruppe ein Spitzenteam mit klarem Konzept gemacht. “Wenn ich über Fußball und Training nachdenke, dann denke ich immer darüber nach, wie wir Tore schießen wollen”, sagt Schmidt. Im Training verlangt er seinen Spielern immer wieder “Entscheidungen unter höchstem Gegner- und Zeitdruck ab”. Entscheidungen, die dann auch im Spiel gefragt sind: “Sie sollen nicht irgendein Schema F abspulen.”

Dabei hat Paderborn in Nick Proschwitz (13 Tore) zwar aktuell den besten Torjäger der Liga, von den fünf Spitzenteams hat der SCP aber mit 32 Toren insgesamt am wenigsten getroffen. Dafür hat Offensivdenker Schmidt eine bärenstarke Abwehr beisammen, die gemeinsam mit der SpVgg Greuther Fürth die wenigsten Treffer der Liga (17) kassiert hat. Irgendwann auch alles eine Frage des Selbstvertrauens, glaubt Schmidt. Doch an den Aufstieg mag er dennoch nicht so ganz glauben: “Da haben andere Mannschaften ganz andere Möglichkeiten.”

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