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Sarkozy von Herabstufung Frankreichs unbeeindruckt

© AP, dapd

16.01.2012

Rating Sarkozy von Herabstufung Frankreichs unbeeindruckt

Nach Herabstufung der Top-Bonität Frankreichs durch S&P behält Moody’s Rating bei.

Paris – Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat sich von der Herabstufung seines Landes durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) am Montag unbeeindruckt gezeigt. Der Verlust des AAA-Ratings “ändert grundsätzlich nichts”, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy in Madrid.

Sarkozys Aussage kam nach einer erfolgreichen Versteigerung von Schuldverschreibungen mit kurzer Laufzeit, bei der Frankreich ohne Probleme 8,6 Milliarden Euro aufnehmen konnte. Weitere Bestätigung erfuhr Sarkozy durch die Ratingagentur Moody’s, die im Gegensatz zu S&P die Top-Bonität AAA für Frankreich vorerst beibehielt. Auch am stabilen Ausblick ändere sich zunächst nichts, erklärte Moody’s, kritisierte aber gleichzeitig die düsteren Wachstumsprognosen für die französische Wirtschaft.

Die weiterhin geltende Top-Bonität Frankreichs bei Moody’s und Fitch strich auch Sarkozy bei einer Pressekonferenz mit Rajoy in Madrid heraus. Gleichzeitig fügte er hinzu: “Es sind nicht die Ratingagenturen, die die Politik bestimmen dürfen.” “Wir müssen darauf (auf die Herabstufung) mit Ruhe reagieren und einen Schritt zurück machen.” In seinen politischen Entscheidungen werde er sich nicht beeinflussen lassen, sagte Sarkozy.

Auch die französische Finanzministerin Vlerie Pcresse zeigte sich am Montag optimistisch, dass die Kreditkosten für das Land nach der Herabstufung durch S&P nicht steigen werden. Sie erwarte keine automatischen Konsequenzen aus dem Verlust der Top-Note, da Frankreich kreditwürdig sei, sagte sie dem Radiosender Europe-1. Außerdem gelobte sie eine Fortsetzung des Sparkurses der Regierung und wehrte sich gegen Bedenken der französischen Linken und S&Ps, dass die Finanzreformen das Wirtschaftswachstum gefährden könnten.

Auch Moody’s warnte am Montag, dass die schlechten Wachstumsprognosen für Frankreich und die gesamte Region ein Risiko für die Steuerkonsolidierungspläne der Regierung in Paris darstellen würden. Wegen der Stärke der französischen Wirtschaft habe man das Rating des Landes beibehalten, die wachsende Schuldenlast mache Frankreich aber zu einem der schwächsten Länder mit AAA-Bonität, hieß es von Moody’s.

Moody’s kündigte an, die Bonität im ersten Quartal 2012 überprüfen zu wollen. Für besonders problematisch hält die Rating-Agentur, dass auf das Land wegen der Beteiligung am Rettungsschirm EFSF und möglichen Staatshilfen für Banken weitere Belastungen zukommen könnten.

Für die Opposition in Frankreich ist die Herabstufung durch S&P wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl ein willkommenes Wahlkampfthema. Sarkozys Gegenkandidaten bezeichneten sie als Beweis für seine irregeleitete und ineffektive Politik.

Der Präsident holte sich am Montag in Madrid von Rajoy auch Unterstützung für die von Paris und Berlin geforderte europäische Finanztransaktionssteuer. Die neu gewählte Regierung Rajoys hatte sich bisher dazu nicht geäußert.

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