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15.06.2011

Sachsens Ex-Ministerpräsident Milbradt: Griechenland muss sich vom Euro verabschieden

Dresden – Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) fordert eine rasche Rückkehr Griechenlands zur Drachme. „Das muss schnell ohne Ansage erfolgen“, sagte er im Gespräch mit der „Freien Presse“. Milbradt räumte ein, dass dies nicht schmerzlos und ohne Risiko sei. „Allerdings sind die anderen Alternativen noch schmerzhafter und wenig erfolgversprechend.“ Europa müsse den Euro-Austritt durch eine teilweise Übernahme der griechischen Schulden und die Rekapitalisierung des dortigen Banksystems begleiten. Das sei zwar teuer, sagte Milbradt, aber immer noch billiger als das „bisherige Weiterwurschteln“.

Dominoeffekte an den Finanzmärkten erwartet Milbradt nicht. „Wir kennen die Gefahren und können uns vorbereiten“, sagte er. Andernfalls ließe sich Deutschland „von den privaten Banken, der EZB und den Schuldnerländern erpressen, gutes Geld dem schlechten Geld hinterherzuwerfen“.

Milbradt hält es für eine Illusion, dass der Euro mit Griechenland zu retten sei. „Selbst wenn den Griechen alle Schulden erlassen würden, brauchte das Land am nächsten Tag neue Kredite. Griechenland muss wettbewerbsfähig werden. Die von der EU verordnete Rosskur zeigt keine Wirkung, gefährdet den Patienten und bringt die Griechen nur gegen Europa und Deutschland auf, ohne ihnen wirklich zu helfen. Damit ist weder dem Euro noch Europa gedient.“

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