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Sabine Lisicki fordert Scharapowa zur Wimbledon-Revanche

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21.01.2012

Tennis Sabine Lisicki fordert Scharapowa zur Wimbledon-Revanche

Erfolgreiche Aufholjagd der Berlinerin gegen Kusnetsowa – Kerbers Widerstand reicht nicht.

Melbourne – Völlig losgelöst hüpfte Sabine Lisicki über den Platz, dann verbeugte sie sich vor den 10.000 Zuschauern in der Hisense-Arena von Melbourne und verteilte Kusshände. Die 22 Jahre alte Berlinerin freute sich wie ein kleines Mädchen, das doch noch ihr Pony bekommen hatte, über ihren erstmaligen Vorstoß ins Achtelfinale der Australian Open. Doch geschenkt wurde ihr der 2:6, 6:4, 6:2-Sieg gegen Swetlana Kusnetsowa aus Russland nicht, sie hatte sich ihn hart erarbeitet und damit eine Revanche für das verlorene Wimbledon-Halbfinale gegen deren Landsfrau Maria Scharapowa verdient.

Sabine Lisicki, die beide bisherige Vergleiche gegen Scharapowa verlor, weiß also, was sie am Montag erwartet: Wuchtige Aufschläge, kompromisslose Schüsse, aber auch die Möglichkeit, von unerklärlichen Fehlern der zweimaligen Grand-Slam-Siegerin zu profitieren. Die kapriziöse Russin hatte die ganze Bandbreite ihres Repertoires in ihrem Drittrundenmatch gegen Angelique Kerber demonstriert. Durch ihren 6:1, 6:2-Sieg über die Kielerin verhinderte sie ein rein deutsches Duell im Achtelfinale. Am Freitag hatten auch schon Julia Görges und Philipp Kohlschreiber die vierte Runde erreicht.

Tipps von Petkovic

Wie Scharapowa, die Australian-Open-Siegerin von 2008, in Melbourne zu besiegen ist, hatte vor einem Jahr die derzeit verletzte Andrea Petkovic im Achtelfinale vorgemacht. Per SMS gab sie Kerber Tipps: “Du musst Länge in die Bälle bekommen und versuchen dranzubleiben. Wenn sie trifft, kannst du nichts machen, außer dich reinkämpfen.”

Der 24 Jahre alten US-Open-Halbfinalistin aus Kiel haben die Ratschläge nur bedingt geholfen. Aber immerhin gelang es Angelique Kerber, die Titelanwärterin 1:27 Stunden lang zu beschäftigen. Nachdem Scharapowa im ersten Satz wirklich alles getroffen hatte und im zweiten 2:0 führte, fürchtete Kerber schon eine Demütigung. “Ich habe nur gedacht: Geh nicht 6:1, 6:0 vom Platz. Ich habe dann um jeden Ball gekämpft und sie hat dann auch gemerkt, dass es eng wurde”, sagte die 30. der Weltrangliste. Scharapowa erhöhte ihre Fehlerquote, doch Deutschlands Nummer vier nicht wirklich den Druck.

“In den wichtigen Momenten habe ich zu kurze Bälle gespielt und mein aggressives Spiel hat gefehlt”, übte Kerber Selbstkritik. Am Sonntag tritt die Fed-Cup-Spielerin die Heimreise dennoch “mit einem guten Gefühl” an. “Es kommen ja noch ein paar Grand Slams und große Turniere. Mit mir kann man noch rechnen”, sagte sie selbstbewusst.

Die ersten fünf Aufschlagspiele abgegeben

Sabine Lisicki machte es besser, zumindest gab sie rechtzeitig die Zurückhaltung auf und nicht den Glauben an die Wende. “Ich bin einfach eine Kämpferin. Egal, was passiert, ich gebe nie auf. Darauf kann ich mich verlassen”, sagte die 22-Jährige.

Wie ihre Fed-Cup-Kollegin Kerber hatte auch Lisicki am Samstag einen miserablen Start. Die Frau mit dem härtesten Aufschlag gab ihre ersten fünf Service-Spiele ab, sie lag 2:6, 0:2 hinten. “Ich habe anfangs viel zu viele Fehler gemacht”, stellte sie fest. Dann startete sie die Aufholjagd. Sie reduzierte deutlich die Zahl der Schläge ins Netz oder ins Aus. Auf der anderen Seite unterliefen der zweimaligen Grand-Slam-Siegerin Kusnetsowa immer häufiger Fehler.

Nach Breaks zum 3:3 und zum 6:3 sicherte sich Sabine Lisicki den zweiten Satz. Den dritten Durchgang dominierte die Deutsche bis zum 5:1 und eigenem Aufschlag, doch dann vergab sie vier Matchbälle und kassierte das Break zum 5:2. Als Kusnetsowa schon mit einer weiteren Verkürzung des Rückstands rechnete, spielte Lisicki ihr bestes Tennis. Den fünften Matchball verwandelte sie nach 1:58 Stunden.

Topfavoriten mit glatten Siegen

Die Siegerin des Duells Lisicki gegen Scharapowa steht vor einer riesigen Herausforderung. Serena Williams aus den USA, die auch gegen die Ungarin Greta Arn beim 6:1, 6:1 kurzen Prozess machte, wird sich wohl auch von Ekaterina Makarowa nicht stoppen lassen. Die Liste der verletzungsbedingten Aufgaben verlängerte die Russin Maria Kirilenko, die beim Stand von 0:6, 0:1 gegen die tschechische Weltranglistenzweite Petra Kvitova ihre Sachen packte.

Im Turnier der Männer gewannen Titelverteidiger Novak Djokovic, Andy Murray, David Ferrer, Jo-Wilfried Tsonga und Richard Gasquet jeweils glatt. Für eine Überraschung sorgte der Kasache Michail Kukuschkin, der Gael Monfils aus Frankreich in fünf Sätzen besiegte.

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