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04.02.2011

Russische Drogen-Behörde mahnt zum Kampf gegen Drogenhandel

Frankfurt – Viktor Iwanow, Leiter der russischen Anti-Drogen-Behörde, mahnt den Westen zu mehr Anstrengungen gegen den Drogenhandel. Nur wer den Mohnanbau bekämpfe, könne Afghanistan retten, so Iwanow in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Rundschau“. Ursache der instabilen Lage am Hindukusch seien weder das Terrornetzwerk Al-Qaida, das „durch die Nato-Truppen recht erfolgreich aus dem Land verdrängt“ worden sei, noch die Taliban, die sich „mehr und mehr zu einer ,sozialen` Bewegung“ entwickelten, mit der man „in einen Dialog treten sollte“. Das Hauptproblem des Landes, schreibt Iwanow anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz, die sich vom 4. bis 6. Februar unter anderem mit Afghanistan beschäftigt, sei vielmehr der Handel mit Heroin.

Afghanistan, analysiert der russische Drogenbekämpfer, habe sich „im vergangenen Jahrzehnt in ein profitables Zentrum der Drogenproduktion verwandelt“, das „fast die ganze Welt“ mit Opium versorge. Zwischen 2001 und 2009 sei die Opiumproduktion „um mehr als das Vierzigfache“ gestiegen, 13 Prozent der Bevölkerung seien in der Drogenindustrie beschäftigt. Die Nato habe sich freilich „bislang äußerst zurückhaltend“ gezeigt, kritisiert Iwanow. Welches Potenzial in einer Zusammenarbeit stecke, habe sich Ende Oktober 2010 gezeigt: Bei einem ersten gemeinsamen Einsatz von russischen, US-amerikanischen und afghanischen Einheiten seien vier Drogenlabore zerstört worden.

Iwanow wirbt in dem Gastbeitrag für einen russischen Sieben-Punkte-Plan, der neben der Zerstörung von Mohnfeldern und internationalen Sanktionen gegen die Drogenbarone auch eine Modifizierung des Isaf-Mandats vorschlägt. Russland wolle seinen Part zum Aufbau Afghanistans leisten, betont er und verweist auf etliche im Januar vereinbarte Projekte, „vom Bau von Wasserkraftwerken bis hin zur Gründung einer Universität“.

Russland und die Nato, schreibt Iwanow, sollten „die Atmosphäre der Annäherung nutzen“ und „in enger Zusammenarbeit gegen die gemeinsame Gefahr vorgehen“. In Russland, so Iwanow, gebe es heute rund 2,5 Millionen Drogenkonsumenten. Nach UN-Angaben sterben jährlich 100.000 Menschen an den Folgen des Konsums afghanischer Drogen.

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