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Rückschlag für deutsche Elf zum Start ins EM-Jahr

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01.03.2012

Länderspiel Rückschlag für deutsche Elf zum Start ins EM-Jahr

Beim 1:2 gegen Frankreich bleibt die Abwehr eine Problemzone – Fünf Stammspieler fehlten.

Bremen – Die deutsche Nationalmannschaft hat das Jahr der Europameisterschaft mit der ersten Niederlage seit zehn Spielen begonnen. Beim 1:2 (0:1) gegen Frankreich im einzigen Testspiel bis zur Nominierung der 23 Nationalspieler im Mai konnte die deutsche Elf ohne die Stammspieler Manuel Neuer, Philipp Lahm, Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski nicht an die großartigen Leistungen des vorigen Jahres anknüpfen. In den neuen Zweitkleidung mit grünen Trikots und weißen Hosen, den Farben von Werder Bremen, führten im Weserstadion die Tore von Olivier Giroud (20. Minute) und Florent Malouda (69.) zur ersten Niederlage seit dem 29. März 2011 (1:2 gegen Australien in Mönchengladbach). Cacau konnte in der Schlussminute nur noch verkürzen (90.).

„Es ärgert schon, wenn man ein Spiel verliert. Ich ärgere mich, wie wir verloren haben. Frankreich war uns im Laufe des Spiels fußballerisch überlegen, insofern ist es okay, dass wir verloren haben“, sagte Bundestrainer Joachm Löw.

Das Ergebnis sollte für die EM keine Rolle spielen, hatte Löw vorbeugend am Montag erklärt. Doch die hohen Erwartungen an das Team wurden dennoch gedämpft. Die Abwehr ist drei Monate vor dem EM-Start noch eine Problemzone. Eine Erkenntnis, die auch Löw teilte: „Ich denke, dass wir in der Defensive einiges tun müssen im Hinblick auf die EM.“ Die Abstände zwischen Mittelfeld und Defensive seien zu groß gewesen, sagte Löw.

Der intensive Test gegen das sehr engagierte Team aus Frankreich brachte Bundestrainer Joachim Löw einige Fingerzeige für seine Auswahl der EM-Spieler. Lahm-Vertreter Dennis Aogo war als linker Verteidiger stark überfordert, Innenverteidiger Holger Badstuber agierte oft hektisch und wurde zur Pause ausgewechselt. Neuer-Ersatz Tim Wiese hatte viele guten Szenen, sah aber beim Gegentor nicht optimal aus. Im phasenweise weniger harmonisch wirkenden Team des Vize-Europameisters und WM-Dritten, das auch im sechsten Spiel seit 1987 nicht gegen den Nachbarn gewinnen konnte, haperte es auch krass mit der Chancenverwertung.

Der K.o.-Schlag erfolgte in der 69. Minute, als der eingewechselte Malouda nach einem Getümmel im Strafraum den Ball zum 0:2 in den Torwinkel beförderte. Den Führungstreffer hatte Giroud nach einer guten Kombination erzielt, wobei sein Schuss freistehend aus neun Metern flach durch Wieses Beine ins rechte Eck flog. Beide Gegentore wurden über die linke deutsche Seite, wo Aogo spielte, vorbereitet.

Nach der Führung der Franzosen geriet deren Schlussmann Hugo Lloris stärker unter Beschuss als Wiese. Als die deutsche Mannschaft auf den Ausgleich drängte, bewies der neue Kapitän seine Klasse, als er gegen Kloses Schüsse großartige Paraden zeigte. Vor allem beim zweiten Versuch von Klose nach einem Freistoß von Toni Kroos verhinderte Lloris das 1:1 (33.). Eine Minute später traf Holger Badstuber nach Flanke von Kroos per Kopf den Pfosten. Die deutsche Elf ließ beste Chance in Serie liegen, denn auch ein schulbuchmäßiger Konter über Startelf-Debütant Marco Reus, Sami Khedira und Özil endete fruchtlos, weil Klose vor dem Tor den Ball nicht voll traf und Lloris eingreifen konnte (41.).

Andre Schürrle musste vom Platz – nach Diagnose von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wegen einer „Abscherung des Nasenknorpels vom Nasenbein“ – und wurde durch Thomas Müller ersetzt. Kurz vor der Pause schoss Özil scharf auf den Kasten der Gäste, aber der Ball strich knapp am Pfosten vorbei (45.+2).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Mario Gomez für Klose und Benedikt Höwedes für Holger Badstuber. Auch für Franck Ribery, der in der Startphase mit Reus zusammengeprallt war und länger behandelt werden musste, war der erste Länderspieleinsatz gegen Deutschland schon zu Ende. Für den Münchner brachte Frankreichs Trainer Laurent Blanc Jeremy Menez. Das Spiel blieb als offener Schlagabtausch attraktiv, bis Malouda den zweiten Treffer setzte. Das deutsche Team verlor in der Folge die sonst bekannte Passsicherheit im Aufbauspiel und musste sich sogar Mitte der zweiten Halbzeit ungewohnte Pfiffe vom Bremer Publikum anhören. Kurzer Jubel brandete dann nur noch auf, als der Stuttgarter Cacau aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer traf (90.). „Schön für mich, dass ich spielen und Tore machen kann. Ich habe zumindest eine große Chance dabei zu sein und das will ich nutzen“, zeigte sich der Torschütze ob seines Tores nicht unzufrieden.

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