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Romney nimmt das Weiße Haus ins Visier

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25.04.2012

USA Romney nimmt das Weiße Haus ins Visier

Vorwahlkampf der US-Republikaner dürfte bald beendet sein.

Washington – Das Hauen und Stechen bei den Republikanern dürfte nach dem fünffachen Sieg von Mitt Romney bei den US-Vorwahlen am Dienstag endgültig vorbei sein. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts steht als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl so gut wie fest und richtet seine Angriffe nun direkt auf das Weiße Haus. In der eigenen Partei sind ihm die Gegner ausgegangen.

„Wenn ich die Millionen Amerikaner ohne Arbeit sehe, die Akademiker ohne Job, die Soldaten in den Schlangen vor den Arbeitsämtern, bricht es mir das Herz“, sagte Romney bei seiner Siegesrede im US-Staat New Hampshire. „Das muss nicht so sein. Es ist das Ergebnis schlechter Führung und einer gescheiterten Vision“, sagte er an Präsident Barack Obama gewandt.

Die Vorwahlen in Connecticut, Rhode Island, New York, Pennsylvania und Delaware am Dienstag waren die ersten Abstimmungen, seit Romneys Hauptkonkurrent Rick Santorum vor zwei Wochen das Handtuch warf. „Heute beginnt ein neuer Wahlkampf“, sagte er am Dienstagabend. „Nach 43 Vorwahlen, vielen langen Tagen und nicht wenigen langen Nächten, kann ich mit Selbstvertrauen und Dankbarkeit sagen, dass ihr mir eine große Ehre erwiesen und viel Verantwortung übertragen habt.“

Nach monatelangem Kampf gegen unerwartet zähe Rivalen hat es Romney nun eilig, das nächste Kapitel aufzuschlagen und den Amtsinhaber ins Visier zu nehmen. „Die vergangenen Jahre waren das Beste, was Barack Obama tun konnte. Aber sie waren nicht das Beste, was Amerika tun konnte“, rief Romney seinen jubelnden Anhängern in New Hampshire zu. Der US-Staat zählt zu etwa einem Dutzend Staaten, in denen der Wahlsieg zwischen Republikanern und Demokraten besonders heiß umkämpft sein dürfte.

In den Umfragen liegt Obama allerdings deutlich vor seinem wahrscheinlichen Herausforderer Romney, auch in den sogenannten Swing States. Zudem hatte Romney Ende März nach offiziellen Angaben nur noch rund zehn Millionen Dollar in der Wahlkampfkasse, während Obama über mehr als 104 Millionen Dollar verfügen kann. In den Wahlkampf gegen die Republikaner hat Obama bereits fast 90 Millionen Dollar investiert, während sich die republikanischen Kandidaten bislang vor allem auf ihre innerparteilichen Konkurrent konzentrierten.

Das Feld der Bewerber dürfte sich aber schon bald weiter lichten. Zwar kündigte der ehemalige Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, nach den Niederlagen am Dienstag noch nicht seinen Ausstieg aus dem Rennen an. Er gehe jedoch davon aus, das Romney von den Republikaner nominiert werde und hoffe, dass die Partei diesen unterstütze, sagte Gingrich. Er werde seinen Wahlkampf als einfacher „Bürger“ fortsetzen. Was damit gemeint sein sollte, erklärte er nicht. Der US-Fernsehsender CNN berichtete unter Berufung auf zwei Gingrich nahe stehende Gewährsleute, er werde in der kommenden Woche das Ende seiner Kampagne bekannt geben und sich hinter Romney stellen.

Vor den Abstimmungen am Dienstag fehlten Romney noch mehr als 400 Delegiertenstimmen, um im August auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner als Kandidat gekürt zu werden. 209 Stimmen wurden am Dienstag verteilt, von denen mindestens 146 auf Romney entfielen. Nach Auszählung aller Stimmen werden es wohl noch mehr werden.

Damit hat Romney bereits 844 der 1.144 für die Nominierung als Kandidat der Republikaner für die Präsidentenwahl im November benötigten Delegiertenstimmen sicher. Gingrich kommt derzeit auf 137 und Ron Paul auf 79 Delegierte. Es wird erwartet, dass Romney bis Ende Mai die nötige Stimmenzahl erreicht hat.

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