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Papst Benedikt XVI.

© dapd

11.02.2013

Rückzug Papst Benedikt XVI. tritt zurück

Benedikt XVI. gibt sein Amt Ende Februar aus Gesundheitsgründen auf.

Rom – Nach fast acht Jahren an der Spitze der katholischen Kirche tritt Papst Benedikt XVI. aus Gesundheitsgründen zurück. „Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben“, sagte der 85-Jährige nach Angaben von Radio Vatikan am Montag vor Kardinälen in Rom. Daher verzichte er auf das Amt des Bischofs von Rom, sodass am 28. Februar, um 20.00 Uhr, der Stuhl des Heiligen Petrus vakant sein werde.

Um die Kirche zu steuern und das Evangelium zu verkünden, sei „sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen“, begründete Benedikt seine Entscheidung. Er dankte den Kardinälen „für alle Liebe“ und bat um Verzeihung für alle seine Fehler. Er selbst wolle auch in Zukunft „der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen“. Nach dem Rücktritt Benedikts müssen die Kardinäle aus aller Welt zusammenkommen und im Konklave einen neuen Papst wählen.

Die Bundesregierung reagierte mit Bedauern auf den angekündigten Rücktritt des deutschen Papstes. „Als Christ und zumal als Katholik reagiert man mit Bewegung und mit Betroffenheit darauf“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. „Die Bundesregierung hat den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleistung, für die katholische Kirche.“ Benedikt habe seine ganz persönliche Handschrift als Denker an der Spitze dieser Kirche und auch als Hirte eingebracht.

Auch die Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, sagte, sie bedauere den Rückzug zutiefst. „Ein deutscher Papst – das war etwas Besonderes und sehr Bedeutsames vor allem für die Gläubigen in der Bundesrepublik“, sagte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Dieser zweifellos in tiefstem Glauben und größtem Verantwortungsbewusstsein gefasste Entschluss von Benedikt XVI. verdient absoluten Respekt und Hochachtung.“

Die papstkritische Bewegung „Wir sind Kirche“ hofft unterdessen auf einen Neuanfang. Man werde sich international abstimmen und Anforderungen an einen neuen Papst formulieren, „der Antworten auf die Anforderungen der Zeit gibt“, sagte die Referentin von „Wir sind Kirche“, Annegret Laakmann, am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Sie habe die Nachricht vom Rückzug des Papstes „völlig überrascht“.

 

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