Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Röttgen spielt auf Sieg

© dapd

17.03.2012

Landtagswahl Röttgen spielt auf Sieg

CDU-Spitzenkandidat in NRW will in jedem Fall bis zur Wahl Umweltminister bleiben.

Berlin – Bundesumweltminister Norbert Röttgen will sich nicht unter Druck setzen lassen: Ungeachtet aller Forderungen will sich der CDU-Spitzenkandidat für die nordrhein-westfälische Landtagswahl weiterhin nicht auf einen endgültigen Wechsel nach Düsseldorf festlegen. „Ich trete nicht an, um Oppositionsführer zu werden. Ich kämpfe um den Posten des Ministerpräsidenten. Alles Weitere werden wir nach der Wahl gemeinsam entscheiden“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Seinen Ministerposten will Röttgen in jedem Fall bis zur Wahl behalten.

Der Umweltminister muss sich scharfe Kritik dafür gefallen lassen, dass er sich bislang nicht klar dazu bekannt hat, im Falle einer Niederlage bei der Landtagswahl am 13. Mai Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag zu werden. CSU-Chef Horst Seehofer hatte gefordert, Röttgen müsse „ohne Rückfahrkarte“ in den Wahlkampf ziehen.

Wie der „Focus“ berichtete, soll CDU-Bundesschatzmeister Helmut Linssen im NRW-Landesvorstand massive Zweifel an Röttgens Strategie angemeldet haben. „Norbert Blüm wurde damals immer als Kandidat auf der Durchreise diffamiert. Das soll uns nicht noch einmal passieren“, sagte er dem Bericht zufolge. Der frühere Bundesarbeitsminister Blüm hatte der CDU nie die Macht am Rhein sichern können. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung drängen weite Teile der CDU-Führung den Bundesumweltminister dazu, schnell klarzustellen, dass er sein Amt bei einer möglichen Niederlage niederlegen und als Oppositionsführer in Düsseldorf bleiben wird.

Rückendeckung von Spahn

Röttgen betonte hingegen, es sei die Erwartung, „dass ich die CDU hier in Nordrhein-Westfalen in die Regierung führe und Ministerpräsident werde. Das ist unser Ziel“. Dass Regierungsmitglieder Wahlkämpfe machten, „ist in unserer Parteiendemokratie der Normalfall“, fügte der Minister hinzu.

Rückendeckung erhielt Röttgen vom CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn. „Die CSU verbittet sich jedwede Einmischung in interne Fragen. Das gilt umgekehrt mindestens genauso“, sagte Spahn mit Blick auf Seehofers Äußerung dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Der Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen, Oliver Wittke, wandte sich gegen pessimistische Prognosen: Wenn fünf Parteien ins Parlament kämen und die CDU nur drei Prozentpunkte vor der SPD liege, könne sich die Union „aussuchen“, ob sie mit der SPD oder Grünen koaliere.

Röttgen setzt im Wahlkampf auf Finanzpolitik

Auf einem Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU am Samstag in Siegen kündigte Röttgen an, er wolle eine „geistige und politische Auseinandersetzung“ zum Thema Schulden mit seinen „Wettbewerbern“ führen. Die „ökonomisch verfehlte Finanzschulden-Lehre“ müsse beendet werden. Es gehöre zu den Grundlagen „verantwortungsvollen Wirtschaftens und Haushaltens“, dass nicht die „Erfolgsmöglichkeiten der nächsten Generation“ aufs Spiel gesetzt würden.

FDP-Parteichef Philipp Rösler sagte, er wolle der Union in Sachen Röttgen keinen Rat geben, „das müssen sie untereinander ausmachen“. Aber die Entscheidung der FDP sei „absolut richtig“. Seine Partei habe sich in NRW für den Spitzenkandidaten Christian Lindner statt für Gesundheitsminister Daniel Bahr entschieden, weil man „nicht nur einen Kandidaten für die nächsten 60 Tage“ habe finden wollen, sagte Rösler der „Saarbrücker Zeitung“. „Man sieht ja an den aktuellen Diskussionen in der Union, dass sich ein Spitzenkandidat schon die Fragen stellen lassen muss: Meinst du es ernst, willst du hierbleiben oder gehst du danach wieder nach Berlin?“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/roettgen-spielt-auf-sieg-46156.html

Weitere Nachrichten

Regenbogen-Fahne

© über dts Nachrichtenagentur

Homo-Ehe Merkel will Fraktionszwang für Entscheidung aufheben

Bundeskanzlerin Angela Merkel will für eine künftige Entscheidung über die sogenannte "Homo-Ehe" im Bundestag einen Fraktionszwang aufheben. Wie die ...

Wohlhabende Senioren

© über dts Nachrichtenagentur

Studie für SPD-Ministerium Vermögensteuer schadet der Wirtschaft

Im Falle einer Wiedereinführung der Vermögensteuer würde die deutsche Wirtschaft stark schrumpfen und die Arbeitslosigkeit steigen. So eine Untersuchung im ...

Angela Merkel und Sigmar Gabriel

© über dts Nachrichtenagentur

INSA-Umfrage SPD und Union legen beide zu

Sowohl Union als auch SPD legen in der sogenannten "Sonntagsfrage" des Instituts INSA in dieser Woche zu. Im aktuellen Meinungstrend, den das Institut jede ...

Weitere Schlagzeilen