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Röttgen ohne Rückfahrkarte

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16.03.2012

CDU-Spitzenkandidat Röttgen ohne Rückfahrkarte

Druck aus Union: Umweltminister soll sich dauerhaft auf NRW konzentrieren.

München – Führende Unions-Politiker haben den nordrhein-westfälischen CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen aufgefordert, auch im Falle einer Wahlniederlage in Düsseldorf zu bleiben. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer appellierte an den Bundesumweltminister, auch als Oppositionsführer nach Nordrhein-Westfalen zu wechseln. „Wenn ich mich einer Aufgabe verschreibe, dann ohne Rückfahrkarte“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“.

Der bayerische Ministerpräsident betonte, er selbst habe in seiner politischen Karriere ebenfalls Sicherheiten aufgeben müssen, das gehöre nach seinem Verständnis dazu. „Ich bin der Meinung – voll für NRW“, sagte er.

Vorbild Julia Klöckner

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), rief Röttgen auf, sich die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner zum Vorbild zu nehmen. Klöckner habe gezeigt, „dass es sich lohnt, sich voll auf ein Land zu konzentrieren“, sagte Fuchs der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). „Das wird sich für Klöckner rechnen, und das wünsche ich Norbert Röttgen auch“, fügte Fuchs hinzu.

Klöckner hatte als CDU-Spitzenkandidatin ihr Amt der parlamentarischen Staatssekretärin in Berlin aufgegeben und war im vergangenen Jahr ganz nach Mainz gewechselt. Auch nach der knappen Wahlniederlage im vorigen Jahr blieb sie in Mainz und wurde Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Joachim Pfeiffer, forderte ein dauerhaftes Engagement Röttgens in Düsseldorf. „Eine Chance, in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen, hat nur ein Kandidat, der sich ganz und gar der Sache verschreibt“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“.

Bareiß: Keine Ratschläge geben

Widerspruch kam vom energiepolitischen Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß. „Ich halte es nicht für klug, Herrn Röttgen öffentlich Ratschläge zu geben“, sagte Bareiß „Handelsblatt Online“.

Bareiß hält es zudem trotz des anstehenden NRW-Wahlkampfs für verkraftbar, dass der für die Energiewende zuständige Minister Röttgen kurzzeitig ausfällt. „Ich sehe keine Gefahr für das große Projekt Energiewende“, sagte der CDU-Politiker. Das Thema sei wie ein „großer Dampfer, der fährt und fährt und auch nicht durch einen Wahlkampf aufzuhalten ist.“

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