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15.11.2009

Robert Enkes Vater spricht über Depressionen seines Sohnes

Hannover – Der Vater des verstorbenen Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke meint, dass Ängste die Depression seines Sohnes ausgelöst haben. Dirk Enke, promovierter Psychotherapeut aus Jena, sagte gegenüber dem „Spiegel“: „Ich bin der Meinung, dass das keine von innen entstandene, angelegte Krankheit gewesen sein kann, sondern eine, die aus den Lebensumständen heraus entstanden ist. Eine ganz große Rolle hat die Angst gespielt.“ Die Angst hat sich bei Robert Enke laut seinem Vater bereits im Jugendalter entwickelt, nicht erst 2003, als Enke zuerst den FC Barcelona, danach Fenerbahçe Istanbul verließ und arbeitslos wurde. Als großes Fußballtalent war der Torhüter oft in höhere Altersklassen eingestuft worden.

„Schon dabei kam es immer wieder zu Krisen. Weil er Angst hatte, nicht mit den Älteren mithalten zu können. Er hat es sich nicht zugetraut. Er war in den eigenen Ansprüchen gefangen“, so Dirk Enke. Waren die Depressionen besonders stark, dann konnte Robert Enke kaum als Fußballprofi arbeiten. Er war so verzweifelt, einmal habe er gefragt: „Sag mal, Papa, nimmst du mir das übel, wenn ich mit dem Fußball aufhöre?“ Mehrfach suchte Dirk Enke das Gespräch mit seinem kranken Sohn, doch der habe abgeblockt. „Es geht mir darum zu verstehen, warum es zu so einer Mauer kam. Zu so einer Verschlossenheit. Robert hat die anderen ganz intensiv im Glauben gehalten, dass alles gut ist. Ich habe ihm sehr oft angeboten: Komm, wir reden mal, als Vater und Sohn. Ich wollte nicht mit ihm als Fachmann reden. Vielleicht dachte er: Der Alte kennt sich aus und steigt vielleicht dahinter, wovor ich Angst habe. Robert hatte ja eine Ahnung: Da stimmt etwas nicht in meinem Leben.“

Noch eineinhalb Wochen vor dem Selbstmord kam Dirk Enke in Hannover vorbei, um über seinen Zustand zu reden, wieder verweigerte Robert Enke das Gespräch. Vor wenigen Wochen hatte sich Dirk Enke dafür ausgesprochen, dass der Sohn sich stationär behandeln lässt. „Er war immer mal wieder kurz vor diesem Schritt, sich einweisen zu lassen, dann sagte er wieder: Wenn ich in der psychiatrischen Klinik behandelt werde, dann ist es aus mit meinem Fußball. Das ist das Einzige, was ich kann und will und gerne mache.“ Keine Rolle jedoch habe es bei Robert Enkes Selbstmord gespielt, dass ihn Bundestrainer Joachim Löw nicht für die geplanten Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste berufen habe. „Ein wichtiges Anliegen ist mir, Herrn Löw von der Frage zu entlasten: Was wäre, wenn ich ihn nominiert hätte? Ich glaube, dass Robert das in Ordnung fand, weil er neun Wochen raus war.“

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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