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Robben im Erholungsurlaub bei der Elftal

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28.02.2012

FC Bayern München Robben im Erholungsurlaub bei der Elftal

Situation in München „nicht angenehm“ – Oranje-Star sauer über Egoismus-Debatte.

Noordwijk – Arjen Robben ist in bester Laune. Hier ein paar Scherze, da ein Smalltalk mit den Kollegen und auch die zahlreichen Interviewanfragen arbeitet der Superstar bereitwillig ab. Der Kurztrip zur niederländischen Fußball-Nationalmannschaft kommt für Robben einem Erholungsurlaub gleich. München ist in diesen Tagen ganz weit weg. Der Niederländer genießt es, den Ärger der letzten Wochen bei den Bayern hinter sich zu lassen.

„Es ist herrlich, wieder bei der Gruppe zu sein“, sagte Robben vor dem Länderspiel gegen England in London am Mittwoch und fügte schmunzelnd hinzu: „Es ist schon so lange her. Bei der Anreise zum Teamhotel in Noordwijk musste ich mich schon auf die Ortskenntnisse des Taxifahrers verlassen.“ Am 4. Juni 2011 hatte er letztmals für den Vize-Weltmeister im Länderspiel gegen Brasilien (0:0) gespielt, immer wieder hatten ihn Verletzungen zurückgeworfen.

Doch trotz aller gesundheitlichen Probleme waren die Egoismus-Vorwürfe der letzten Wochen für Robben weitaus schmerzlicher. „Es gab viele Unsinnsgeschichten. Das ist keine angenehme Situation für mich“, sagte Robben, der mit deutschen Medienvertretern nur noch auf niederländisch spricht. Bei all dem Theater sei Fußball ein schönes Spiel, betont der 53-malige Nationalspieler.

Hoeneß sauer: „Eine Scheiß-Diskussion“

Ausgelöst hatte die Egoismus-Debatte vor einigen Wochen ausgerechnet Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, der nonchalant Robbens eigensinnigen Torjubel monierte. Die Diskussionen nahmen an Fahrt auf. Da passte es ins Bild, dass auch sportlich bei Robben nicht viel zusammenlief und Trainer Jupp Heynckes ihn für ein paar Spiele auf die Ersatzbank setzte.

So platzte Bayerns Präsident Uli Hoeneß der Kragen. „Diese Scheiß-Diskussion, ob er ein Alleinunterhalter ist, hat dazu geführt, dass er jetzt den Ball abspielt, obwohl er alleine gehen müsste. So kann man auch ein Fußballspiel von außen beeinflussen“, schimpfte Hoeneß.

Gar so einfach ist es freilich nicht, wie auch Robben zugab. Durch die vielen Verletzungen fühle er sich unsicher. „Ich muss aufpassen. Ich bin im Augenblick damit beschäftigt, wieder richtig fit zu werden. Wenn ich mehr spiele, dann kommt die Form von selbst“, sagte der Flügelspieler. Auch aktuell ist er immer noch nicht schmerzfrei. „Fast täglich habe ich Schmerzen. Der Leistenbruch war die bisher unangenehmste Verletzung meiner Karriere. Und ich hatte nicht wenige Verletzungen.“

„Vielleicht kommen meine besten Jahre noch“

Einem Einsatz in England soll aber nichts im Weg stehen. Mit Adrenalin im Körper gehe alles gut. Ohnehin sieht er sich auf einem guten Weg. „Im letzten Spiel gegen Schalke switchte ich wieder von rechts nach links. Das klappt nicht immer, das muss sich stabilisieren.“

Spätestens im Sommer will er wieder in Höchstform sein. So wie 2010, als er mit „Oranje“ bis ins WM-Finale gestürmt war. „Wer weiß, vielleicht kommen meine besten Jahre noch. Ich kann nicht in die Zukunft sehen. Die vergangene Saison war für mich wertlos. Die erste Saison bei Bayern München war ein Top-Jahr“, sagte Robben.

So spielt er in den Planungen von Bondscoach Bert van Marwijk eine gewichtige Rolle. Doch der frühere Dortmunder Bundesliga-Trainer mahnt seinen Schützling, nichts zu überstürzen: „Er kommt zurück und das will er sehr gut tun. Spieler von seinem Niveau wollen diesen Prozess erzwingen. Doch sie müssen geduldig sein.“

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