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BlackBerry-Hersteller kündigt Strategiewechsel an

© AP, dapd

30.03.2012

RIM BlackBerry-Hersteller kündigt Strategiewechsel an

Rückzug aus dem Privatkundengeschäft – Keine Chance gegen iPhones und Android-Geräte.

Toronto – Der angeschlagene BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM) zieht Konsequenzen aus dem wenig erfolgreich laufenden Privatkundengeschäft und will sich künftig fast vollständig auf seine Firmenkunden konzentrieren. Die Versuche von RIM, auf dem Verbrauchermarkt Fuß zu fassen, scheiterten vor allem am Erfolg der Smartphones von Apple und anderen Herstellern, die auf das Google-Betriebssystem Android setzten. Bei Geschäftskunden sind die BlackBerry-Geräte dagegen weiterhin beliebt.

„Wir planen, unseren Fokus wieder auf das Geschäft mit Geschäftskunden zu legen, um dort von unserer Führungsposition zu profitieren“, sagte RIM-Chef Thorsten Heins am Donnerstag nach Bekanntgabe von enttäuschend ausgefallenen Viertquartalszahlen. Das Unternehmen könne keinen Erfolg haben, „wenn wir versuchen, jedermanns Liebling zu sein und allen Alles zu geben“.

Im vierten Quartal verbuchte der Konzern einen Verlust von 125 Millionen Dollar oder 24 Cent pro Aktie. Der Umsatz ging um 25 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zurück. Nach Bilanzveröffentlichung fiel die Blackberry-Aktie im nachbörslichen Handel um 33 Cent oder 2,4 Prozent auf 13,40 Dollar.

Der ehemalige Siemens-Manager Heins, der vor vier Jahren zu RIM kam und im Januar die Nachfolge der Co-Chefs Jim Balsillie und Mike Lazaridis antrat, gab am Donnerstag ebenfalls bekannt, dass Balsillie sich nach 20 Jahren bei der Firma auch aus dem Direktorium zurückgezogen habe. Auch andere ranghohe Manager nahmen ihren Hut.

RIM überprüfe derzeit seine Strategie, sagte Heins. Der Deutsche erklärte, für einen Unternehmensverkauf offen zu sein, doch „es ist nicht die Hauptrichtung, die wir momentan verfolgen“. RIM hat auf Verbesserungen bei seinem nächsten Betriebssystem Blackberry 10 gesetzt, doch auch hier gab es mehrere Verzögerungen.

Das kanadische Unternehmen hatte lange den Smartphone-Markt für Geschäftskunden dominiert. BlackBerrys gelten vor allem für E-Mails als sicher und zuverlässig. RIM bemühte sich, den Erfolg auch auf den Privatkundenmarkt auszudehnen, scheiterte aber daran, dass seine Telefone von den Verbrauchern als weniger attraktiv als die Konkurrenzprodukte – allen voran das iPhone von Apple – eingeschätzt werden.

In jüngster Zeit musste RIM auch auf dem Geschäftskundenmarkt Verluste hinnehmen, da immer mehr Mitarbeiter von Unternehmen iPhones oder Android-Geräte statt BlackBerrys verlangen. Apple verkaufte im letzten Quartal 2011 37 Millionen iPhones und damit mehr BlackBerrys als RIM in den vergangenen drei Quartalen zusammen. Zuletzt scheiterte das kanadische Unternehmen auch mit einem eigenen Tablet-Computer als Konkurrenz zum iPad von Apple. Das PlayBook von RIM wird inzwischen zu einem Preis verkauft, der unter den Herstellungskosten liegt.

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