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Rick Santorum erhält sich weitere Chance

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11.04.2012

USA Rick Santorum erhält sich weitere Chance

Rückzug erhobenen Hauptes – Neuerliche Bewerbung 2016 und 202 noch möglich.

Washington – Die Entscheidung des US-Politikers Rick Santorum, zwei Wochen vor der Vorwahl im US-Staat Pennsylvania aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner auszusteigen, erspart ihm womöglich eine bittere Niederlage in seinem Heimatstaat. Er zieht sich erhobenen Hauptes zurück und erhält sich die Chance, bei zukünftigen Präsidentenwahlen anzutreten.

Santorums Entscheidung gingen Niederlagen in den vergangenen Wochen voraus, die klar machten, dass er zwar auf eine große Gefolgschaft unter Konservativen zählen kann, im Vergleich zu seinem innerparteilichen Rivalen Mitt Romney jedoch bereits zu weit zurücklag. Auch die Erkrankung seiner dreijährigen Tochter, die unter einem schweren Gendefekt leidet, spielte eine Rolle.

Santorum begann sein Rennen um die Kandidatur als Außenseiter. Er verfehlte die Wiederwahl in den Senat 2006 mit 18 Punkten klar. Damals wäre es undenkbar gewesen, dass er sechs Jahre später als Kandidat mit realistischen Chancen auf die Präsidentschaft der USA gehandelt werden könnte.

Mühselige Arbeit in Iowa zahlte sich aus

Während des Vorwahlkampfes 2011 war er zunächst weiter an der Seitenlinie anzutreffen. Bei Wahlkampfdebatten mit anderen Kandidaten wurde er am Rand platziert. Während er auf der nationalen Bühne zunächst wenig wahrgenommen wurde, begann er mit der Umsetzung einer kuriosen Strategie: Im US-Staat Iowa, dem ersten Staat, in dem 2012 abgestimmt wurde, besuchte er alle 99 Wahlkreise.

Während das Feld der Gegenkandidaten ausdünnte, begann sich Santorums kleinteilige Strategie auszuzahlen. In den letzten Tagen vor der Wahl in Iowa kam Santorum langsam in Fahrt. Romney wurde zunächst zum Sieger gekürt, später gab die Republikanische Partei bekannt, dass tatsächlich Santorum mit knappem Vorsprung gewonnen habe.

Nach dem Sieg in Iowa trug Santorum einen Dreifachsieg in Colorado, Minnesota und Missouri Anfang Februar davon. Gemäß Umfragen war er nun sogar in einer guten Position, Romney in seinem Heimatstaat Michigan zu schlagen.

Fehler mit schweren Folgen

Schließlich unterliefen Santorum Fehler. Er weigerte sich von seiner Aussage Abstand zu nehmen, wonach er sich fast übergeben hätte während einer Ansprache des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy zur Trennung von Kirche und Staat. Auch wollte Santorum seinen Seitenhieb gegen Präsident Barack Obama, wonach dieser ein Snob sei, nicht zurücknehmen. Es hagelte Kritik und Negativschlagzeilen. Santorum geriet noch vor der Wahl in Michigan in die Defensive und der wichtige Sieg blieb aus.

Dennoch bewies er wie vor ihm Mike Huckabee im Rennen um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten 2008, dass ein Kandidat, der die religiöse Rechte für sich begeistert, es weit bringen kann. Doch Santorum wie auch Huckabee scheiterten schließlich daran, dass sie ihre Basis nicht über die Wertkonservativen und Evangelikalen hinaus erweitern konnten. So konnten sie den jeweiligen Kandidaten des republikanischen Establishments schließlich nicht schlagen.

Doch die Entscheidung, das Rennen nun aufzugeben, steht Santorum gut. So bleibt er den Republikanern in guter Erinnerung. Ein Status, der ihm bei einem künftigen Antritt einen Vorsprung verschaffen könnte. Bei der kommenden Wahl 2016 wäre er 58 Jahre alt und bei der darauf folgenden Wahl 2020 62 Jahre. Er würde dann von Anfang an als ernst zu nehmender Kandidat gehandelt.

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