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Rettungskräfte sprengen Löcher in havariertes Schiff

© AP, dapd

17.01.2012

Unfälle Rettungskräfte sprengen Löcher in havariertes Schiff

Bangen um 29 Vermisste – Öl aus der “Costa Concordia” soll in den kommenden Tagen abgepumpt werden.

Rom – Italienische Rettungskräfte haben am Dienstag Löcher in den Rumpf des Wracks der “Costa Concordia” gesprengt, um schneller nach Überlebenden suchen zu können. Marinetaucher schufen so über und unter Wasser vier Zugänge in das havarierte Kreuzfahrtschiff. Im Anschluss an die Rettungsarbeiten soll das Schweröl abgepumpt werden. Damit wurde das niederländische Unternehmen Smit beauftragt, das bis zu 2.400 Tonnen Treibstoff und Schmierstoffe entsorgen soll.

Marinesprecher Alessandro Busonero sagte dem Fernsehsender Sky TV 24, die Öffnungen ermöglichten es den Tauchern, für die Suche nach den 29 Vermissten leichter ins Innere des Wracks zu gelangen. Busonero sprach von einem Rennen gegen die Zeit. “Wir hoffen, dass das Schiff leer ist und die Menschen woanders sind, oder dass sie im Inneren einen sicheren Platz bis zur Rettung gefunden haben”, erklärte ein Sprecher der Küstenwache, Filippo Marini.

Die See war am Dienstag ruhig, die Wellen waren nur etwa 30 Zentimeter hoch. Meteorologen rechneten jedoch für Mittwoch mit einer Verschlechterung der Bedingungen für den Rettungseinsatz. Die Wellen sollten dann 1,80 Meter erreichen.

Die Küstenwacht erhöhte die Zahl der Vermissten von 16 auf 29. Vermisst wurden demnach 25 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der italienischen Behörden handelte es sich um 14 Deutsche, sechs Italiener, vier Franzosen, zwei US-Bürger sowie jeweils eine Person aus Ungarn, Indien und Peru. Bei einem am Montag geborgenen Toten handele es sich möglicherweise um einen der Vermissten, hieß es weiter.

Bei dem Unglück am späten Freitagabend waren mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Der letzte Überlebende wurde am Sonntag geborgen.

Das Bergungsunternehmen Smit kann nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen mit dem Abpumpen des Öls aus der “Costa Concordia” beginnen. Allerdings habe man bisher noch keine Freigabe, um mit den Arbeiten zu beginnen, teilte das Unternehmen mit Hauptsitz in Rotterdam am Dienstag mit. “Die höchste Priorität haben die Rettungs- und Bergungsarbeiten”, sagte Unternehmenssprecher Martijn Schuttevaer. Erst im Anschluss an den Rettungseinsatz, an dem das Unternehmen nicht beteiligt sei, werde in einer zweiten Phase das Schweröl abgepumpt. Dieses könne zwei bis vier Wochen dauern.

Das Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere hat erklärt, Kapitän Francesco Schettino sei mit der “Costa Concordia” vom Kurs abgewichen und zu nah an die Küste der Insel Giglio gefahren. Offenbar wollte er damit dem Oberkellner einen Gefallen tun, der von der Insel stammt und dessen Eltern dort leben, wie örtliche Medien berichteten. Ein Richter sollte noch am Dienstag entscheiden, ob der festgenommene Schettino in Haft bleibt. Der Kapitän soll das Schiff noch vor dem Abschluss der Evakuierung verlassen haben, was er zurückweist.

Die Muttergesellschaft von Costa Crociere, Carnival Corp. mit Sitz in Miami, rechnet durch die Havarie mit Verlusten in Höhe von 85 bis 90 Millionen Dollar. Hinzu kämen weitere Kosten. Die Verluste beziehen sich allein darauf, dass die “Costa Concordia” in diesem Jahr nicht mehr eingesetzt werden kann.

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