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Rebellen greifen Sicherheitskräfte in Damaskus an

© AP, dapd

24.04.2012

Syrien Rebellen greifen Sicherheitskräfte in Damaskus an

Mehrere hochrangige Beamte offenbar getötet – UN-Beobachter erneut in Duma.

Beirut – Im Widerstand gegen das Regime von Präsident Baschar Assad haben syrische Rebellen am Dienstag mehrere Angriffe auf Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Damaskus verübt. Nach Angaben staatlicher Medien sowie von Aktivisten wurden bei drei Anschlägen zwei höherrangige Beamte getötet. Die Beobachter der Vereinten Nationen besuchten unterdessen den zuletzt immer wieder von Unruhen gezeichneten Vorort Duma. Das Welternährungsprogramm der UN kündigte eine deutliche Ausweitung der Versorgung mit Hilfsgütern in Syrien an.

Dem Syrischen Observatorium für Menschenrechte zufolge wurde bei einem Angriff in dem Stadtteil Barseh ein Geheimdienstagent getötet. Über die genaueren Umstände machte die in Großbritannien ansässige Organisation zunächst aber keine Angaben. Auf einem Platz im Zentrum der Hauptstadt explodierte zudem ein offenbar mit einem Sprengsatz präparierter Lastwagen. Der Fahrer und zwei weitere Menschen seien verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, verlautete aus Kreisen der Sicherheitskräfte. Staatliche Medien berichteten zudem von einem dritten Angriff, bei dem ein pensionierter Oberstleutnant und dessen Bruder von „Terroristen“ getötet worden seien.

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen besuchten UN-Beobachter nach Angaben der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA am Dienstag Duma. Der Aktivist Mohammed Said sagte aus dem Vorort von Damaskus, es seien auch dort erneut Schüsse und Granatexplosionen zu hören.

Der seit 13 Monaten andauernde Konflikt hat nach Schätzungen der UN bisher mehr als 9.000 Menschen das Leben gekostet. Allein am Montag kamen nach Angaben des Observatoriums für Menschenrechte landesweit mindestens 55 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in Hama, das erst kurz zuvor von UN-Beobachtern besucht worden war. Amateurvideos im Internet zeigten Blut auf den Straßen und aufgebahrte Leichen.

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen kündigte am Dienstag an, in Kürze 500.000 Menschen in Syrien mit Hilfsgütern zu versorgen. Dies bedeute eine Steigerung um das Zehnfache gegenüber Dezember, hieß es in Genf. Dennoch gebe es selbst dann noch etwa eine Million Menschen in Syrien, die nicht genug zu essen hätten.

Bis Ende April sollten mit Hilfe des Syrischen Roten Halbmonds 250.000 Menschen mit Nahrung beliefert werden. In „den kommenden Wochen“ werde die Zahl der Hilfsempfänger dann verdoppelt, mit besonderem Augenmerk auf die Städte Homs, Hama, Idlib und Damaskus. Nach UN-Angaben hatten bereits vor Ausbruch des jüngsten Konflikts vor mehr als einem Jahr 1,4 Millionen Syrer Schwierigkeiten, sich ausreichend zu ernähren.

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