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Razzien gegen Rechtsextreme

© Karl-Josef Hildenbrand über dpa

06.05.2015

Razzien in mehreren Bundesländern Polizei zerschlägt rechtsextreme Terrorgruppe

Die Bundesanwaltschaft ließ vier Verdächtige festnehmen.

Karlsruhe – Mit Razzien in mehreren Bundesländern haben Spezialeinheiten der Polizei eine bisher unbekannte rechtsextreme Terrorgruppe zerschlagen. Die Bundesanwaltschaft ließ vier Verdächtige festnehmen.

Die drei Männer und eine Frau sollen gemeinsam mit anderen die rechtsterroristische Vereinigung „Oldschool Society“ (OSS) gegründet, sich Sprengstoff verschafft sowie Anschläge auf Islamisten, Moscheen und Asylbewerberheime geplant haben, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Außerdem ermittelt die Anklagebehörde gegen fünf weitere „Beschuldigte“, deren Wohnungen ebenfalls durchsucht wurden. Festgenommen wurden sie zunächst aber nicht. An dem Einsatz in Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern waren etwa 250 Polizeibeamte aus Bund und Ländern beteiligt.

Die vier verhafteten Verdächtigen sind deutsche Staatsbürger im Alter von 22, 39, 47 und 56 Jahren. Sie hatten sich Sprengmittel besorgt, erklärte die Bundesanwaltschaft. Bei einer Durchsuchung wurden pyrotechnische Gegenstände „mit großer Sprengkraft“ sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Waffen waren Sicherheitskreisen zufolge nicht dabei.

Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnet die OSS sich als „eine Verbindung gleichgesinnter Menschen die, die deutsche Kultur und ihre Werte leben“. Fotos auf der Seite zeigen Demonstrationen aus dem rechten Spektrum.

Die Gruppe soll spätestens seit November 2014 bestehen. Damals hätten sich neun Rechtsextremisten im sächsischen Frohburg südlich von Leipzig zu einer Gründungsveranstaltung getroffen. Im Laufe der Überwachung haben sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen Erkenntnisse verdichtet, dass die Rechtsextremisten durchaus in der Lage gewesen seien, ihre Ziele umzusetzen, hieß es weiter.

Inwieweit die vier konkrete Anschlagsziele oder Termine für Anschläge ins Auge gefasst hatten, war zunächst offen. Dies muss die Bundesanwaltschaft noch ermitteln.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, möglicherweise sei die Bildung einer Organisation nach dem Vorbild des NSU verhindert worden. Der rechtsextreme „Nationalsozialistische Untergrund“ hatte mit einer jahrelang unentdeckten Mordserie Deutschland erschüttert. Der Minister sprach von einer Besorgnis erregenden Entwicklung, lobte aber zugleich den „bedeutenden Ermittlungserfolg“.

Zwei der Festgenommenen, ein 56-jähriger und ein 39-jähriger, sollen Rädelsführer der Gruppe gewesen sein. Bei den beiden anderen handelt es sich um einen 47-jährigen Mann und eine 22-jährige Frau.

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