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Raul wird zur Symbolfigur der verlorenen Leichtigkeit

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17.02.2012

Schalke 04 Raul wird zur Symbolfigur der verlorenen Leichtigkeit

Spanier spielte trotz Oberschenkelverletzung – Nach dem 1:1 in Pilsen drei Spiele sieglos.

Pilsen – Raul schleppte sich schweren Schrittes vom Spielfeld. In der 69. Minute hatte Huub Stevens ein Einsehen. Der große, in die Jahre gekommene Spanier konnte dem trägen Spiel des FC Schalke 04 keine Impulse mehr verleihen. Also wechselte Stevens ihn gegen Ciprian Marica aus. Raul Gonzalez Blanco, der seine Mitspieler so oft mitgerissen und häufig durch geniale Momente für Glanzpunkte gesorgt hatte, wird zur Symbolfigur der verlorenen Leichtigkeit bei Schalke.

Als der 35-jährige Spanier gerade ausgewechselt worden war, erzielte Klaas-Jan Huntelaar nach Vorarbeit von Marica den Ausgleich (75.) und schaffte mit dem Treffer zum 1:1 bei Viktoria Pilsen noch eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche. Doch während der gesamten 90 Minuten war das spielerische Element bei den Gelsenkirchenern verschüttet geblieben. Nach dem dritten sieglosen Spiel in Serie stellten sich Trainer Stevens und Manager Horst Heldt schützend vor ihren Topstar.

“Raul quält sich mit einer Oberschenkelverletzung. Er sagt, er will, und er gibt auch sein Bestes”, erklärte Stevens. “Dass Raul in den letzten Tagen nicht trainieren konnte, war ein Problem. Aber er ist nicht in einer Formkrise. Das kann man nicht auf einen projizieren. Insgesamt ist die Mannschaft in so einer Phase”, sagte Heldt und forderte nach dem 1:1 gegen Mainz und dem 0:3 in Gladbach, dass am Sonntag in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg der Knoten platzt. “Alle müssen insgesamt eine Schippe drauflegen. Wir verlangen von allen insgesamt mehr”, erklärte Heldt.

Viele Schalker haben ihr Selbstvertrauen verloren

Dass Stevens einen Spieler aufstellte, der gar nicht richtig fit ist, weil er in der vorigen Woche wegen einer Wadenverletzung viele Trainingseinheiten verpasst hatte, sprach Bände. Raul machte ein “verschleppter Pferdekuss” (Heldt) aus dem Gladbach-Spiel zu schaffen. Auch deswegen schleppt sich Schalke nach den überraschend guten Ergebnissen der Hinrunde durch den Winter 2012. Jermaine Jones, der in der Bundesliga noch bis zum 3. März gesperrt ist und gegen den tschechischen Meister sein erstes Pflichtspiel des Jahres bestreiten durfte, spürte den Unterschied am deutlichsten. Die Mitspieler haben ihre Sicherheit verloren, der tschechische Meister hatte den Halbfinalisten der vorigen Champions-League-Saison fest im Griff. “Die Mannschaft hat vielleicht ein Tief, aber sie ist auch sehr jung”, sagte Jones.

Viele im angeschlagenen Team haben ihr Selbstvertrauen verloren. “Das Ergebnis von Gladbach war noch in den Köpfen. Es war vielleicht auch so schwer wegen der vielen Umstellungen aufgrund der vielen Verletzten”, sagte Stevens missgelaunt. Der Niederländer ist inzwischen wieder so knurrig wie in seiner ersten Zeit auf Schalke. Kapitän Benedikt Höwedes bewertete das glückliche Remis als Fortschritt, wirkte dabei aber recht kleinlaut. “Wir hatten nach dem 0:1 die Klasse, den Willen und den Charakter zurückzukommen. Wenn wir weiter kämpfen, das Glück erzwingen, wird sich auch die spielerische Leichtigkeit wieder einstellen.”

Es steckt noch viel Magath in Schalke

Bereits gegen Wolfsburg soll die Wende erfolgen. Das zweite Mal nach seinem überstürzten Weggang im März 2011 stellt sich Schalkes Ex-Trainer Felix Magath in Gelsenkirchen vor. Er habe diese königsblaue Mannschaft geprägt und geformt, merkte Magath kürzlich an. Unter anderem hat er als Trainer und Manager jenen Raul geholt, der plötzlich nicht mehr funktioniert. Heldt, der damals ein getrübtes Verhältnis mit Magath hatte, reagierte besonnen. “Es ist immer so, dass viele Leute am Erfolg oder Misserfolg teilhaben. Mit den Spielern, die unter der Regie von Felix Magath geholt wurden, schmückt sich kein anderer”, betonte er. Es war der Hinweis, dass er sich nicht den Verdienst für Magaths Transfertätigkeiten an die Brust heften wollte.

Denn es ist eine Tatsache: In Schalke steckt noch viel Magath drin. Bei Wolfsburg hat er in kurzer Zeit das Personal so radikal umgebaut, dass Schalke nun mit der Spielvorbereitung ein Problem hat. “Die haben so viele neue Spieler, dass man nicht viel Videomaterial hat”, sagte Höwedes. Es wird kein Fehler sein, wenn sich die Schalker bis Sonntag vor allem mit ihren eigenen Schwächen beschäftigen.

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