newsburger.de Nachrichten aus aller Welt

Rademacher lieferte Kinderporno-Gerüchte in HSH-Affäre

New York – Der ehemalige Sprecher des Hamburger Senats unter Ortwin Runde (SPD), Ludwig Rademacher, hat offenbar entscheidend dazu beigetragen, dass Roland K., der Leiter der New Yorker HSH-Filiale, zu Unrecht diskreditiert wurde. Dessen „Rechercheresultate“ waren es, die dazu führten, dass K. unter Kinderporno-Verdacht geriet – ein haltloser Vorwurf, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft inzwischen überzeugt ist. Bei einer Razzia im September 2009 hatten HSH-Angestellte und Fahnder einer in Diensten der Bank stehenden Sicherheitsfirma in K.s Büro in New York Kinderporno-Fotos gefunden.

Wie aus einem streng geheimen Untersuchungsbericht einer Anwaltskanzlei WilmerHale hervorgeht, war es Rademacher, der die Sicherheitsleute auf die Idee brachte, bei K. nach Kinderporno-Material zu suchen. WilmerHale zufolge hatte sich HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher im Juni 2009 mit dem Sicherheitsbeamten Thorsten Mehles in dessen Hamburger Büro getroffen. Nonnenmacher will dabei von Mehles erfahren haben, dass gegen Roland K. ein Ermittlungsverfahren in den USA anhängig sei – beim FBI. Der Verdacht: Kinderpornografie. Als Quelle für diese Information nannte Mehles den WilmerHale Anwälten Rademacher, der für die Sicherheitsfirma die Pressearbeit macht.

Rademacher hat auf „Spiegel“-Anfrage zugegeben, dass die Information über die angeblichen FBI-Kinderporno-Ermittlungen gegen K. von ihm stammt. Er habe sich aber allenfalls vage geäußert und lediglich Hinweise weitergegeben. Doch fest steht: Er lieferte die Kinderporno-Hinweise im August 2009 in einem Bericht für Mehles. WilmerHale zufolge will Rademacher die Hinweise aus Journalistenkreisen erhalten haben. Namen nannte er den Anwälten jedoch nicht. Auch den Nachweis, dass solche Gerüchte damals überhaupt kursierten, blieb er schuldig – und wenn waren sie falsch. Es gab seinerzeit keine FBI-Ermittlungen wegen Kinderpornografie.

25.09.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

Weitere Meldungen

Corona-Krise Polizeigewerkschaft und Kommunen beklagen „Regelungswut“

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und die Deutsche Polizeigewerkschaft beklagen in der Corona-Pandemie eine "Regelungswut", die die Vollzugsbeamten überfordere und die Akzeptanz in der Bevölkerung verliere. ...

Rechtsextreme Polizei-Chats Staatsanwälte beantragen sechs Strafbefehle gegen Mitglieder

Im Skandal um rechtsextreme Chats bei der Polizei in Essen und Mülheim/Ruhr will die Staatsanwaltschaft Duisburg elf Strafverfahren abschließen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe) aus Justizkreisen erfuhr, haben die Staatsanwälte beim Amtsgericht ...

Debatte um Görlitzer Park Monika Herrmann für härteres Vorgehen in der Rigaer Straße

Strafjustiz am Limit Richterbund fordert neuen Rechtsstaatspakt

"Querdenken"-Demos Polizeigewerkschafts-Chef fordert generelles Verbot

Richterbund Mehr als 10.000 Eilverfahren und Klagen gegen Corona-Auflagen

Bericht Verfassungsschutz befürchtet Terror von Corona-Leugnern

Corona-Pandemie Trotz Lockdown 20 Millionen Überstunden bei deutscher Polizei

Gewerkschaft der Polizei Nicht genügend Bundespolizisten für Schutz von Impfstoff

Coronavirus Zahl infizierter Bundespolizisten steigt stark an

"November-Lockdown" Neun von zehn Eilanträgen abgewiesen

Corona-Leugner-Demonstrationen Polizei sieht sich von Gerichten und Politik allein gelassen

Verlängerung des Teil-Lockdowns Gewerkschaft der Polizei warnt vor unfriedlichen Weihnachten

Coronavirus Berliner Gericht schmettert Eilanträge gegen Lockdown ab

Bundeskriminalamt Nach Anschlag in Wien Razzien in Deutschland

BDVR Verwaltungsgerichte gut für Klagewelle gerüstet

Bericht Großrazzia wegen Kinderpornografie in vier Bundesländern

Missbrauch Kinderschutzbund begrüßt Urteil im Fall Bergisch Gladbach

Komplex Bergisch Gladbach Angeklagter zu 13 Jahren Haft verurteilt

Tödliche Messerattacke in Berlin Tatverdächtiger stellt sich

« Vorheriger ArtikelNächster Artikel »