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25.09.2010

Rademacher lieferte Kinderporno-Gerüchte in HSH-Affäre

New York – Der ehemalige Sprecher des Hamburger Senats unter Ortwin Runde (SPD), Ludwig Rademacher, hat offenbar entscheidend dazu beigetragen, dass Roland K., der Leiter der New Yorker HSH-Filiale, zu Unrecht diskreditiert wurde. Dessen „Rechercheresultate“ waren es, die dazu führten, dass K. unter Kinderporno-Verdacht geriet – ein haltloser Vorwurf, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft inzwischen überzeugt ist. Bei einer Razzia im September 2009 hatten HSH-Angestellte und Fahnder einer in Diensten der Bank stehenden Sicherheitsfirma in K.s Büro in New York Kinderporno-Fotos gefunden.

Wie aus einem streng geheimen Untersuchungsbericht einer Anwaltskanzlei WilmerHale hervorgeht, war es Rademacher, der die Sicherheitsleute auf die Idee brachte, bei K. nach Kinderporno-Material zu suchen. WilmerHale zufolge hatte sich HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher im Juni 2009 mit dem Sicherheitsbeamten Thorsten Mehles in dessen Hamburger Büro getroffen. Nonnenmacher will dabei von Mehles erfahren haben, dass gegen Roland K. ein Ermittlungsverfahren in den USA anhängig sei – beim FBI. Der Verdacht: Kinderpornografie. Als Quelle für diese Information nannte Mehles den WilmerHale Anwälten Rademacher, der für die Sicherheitsfirma die Pressearbeit macht.

Rademacher hat auf „Spiegel“-Anfrage zugegeben, dass die Information über die angeblichen FBI-Kinderporno-Ermittlungen gegen K. von ihm stammt. Er habe sich aber allenfalls vage geäußert und lediglich Hinweise weitergegeben. Doch fest steht: Er lieferte die Kinderporno-Hinweise im August 2009 in einem Bericht für Mehles. WilmerHale zufolge will Rademacher die Hinweise aus Journalistenkreisen erhalten haben. Namen nannte er den Anwälten jedoch nicht. Auch den Nachweis, dass solche Gerüchte damals überhaupt kursierten, blieb er schuldig – und wenn waren sie falsch. Es gab seinerzeit keine FBI-Ermittlungen wegen Kinderpornografie.

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