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Quo vadis Ballack – Sammer rät zum Abschied

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30.01.2012

Bayer Leverkusen Quo vadis Ballack – Sammer rät zum Abschied

“Wenn ich Fußballer wäre, musst du sofort weggehen.”

Leverkusen – Am Montag war der Trainingsplatz neben der BayArena verwaist. Trainer Robin Dutt hatte den Spielern von Bayer Leverkusen einen trainingsfreien Tag zugestanden. So hatte Michael Ballack nach all dem Wirbel der letzten Tage Zeit zum Nachdenken. Womöglich über seine Rolle bei Bayer, über das zerrüttete Verhältnis zur Chefetage, aber womöglich auch über einen Abschied aus Leverkusen.

Das hatte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer dem “Capitano” nahegelegt. “Wir reden über Fußball und über einen Fußballer. Wenn ich Fußballer wäre, musst du sofort weggehen von Bayer Leverkusen. Michael schütze ich immer und überall, aber wenn es um Fußball geht, musst du morgen zu Bayer gehen und schauen, wie er das über die Bühne bringt. Entweder er verlässt den Verein sofort oder ich diene dem Verein, weil ich da ein richtig gutes Gehalt bekomme”, sagte Sammer in der TV-Sendung “Sky90″.

Steine würden sie ihm in Leverkusen diesbezüglich nicht in Weg legen. Sollte Ballack wechseln wollen, wäre Bayer gesprächsbereit, betonte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der vergangene Woche das Projekt Ballack für gescheitert erklärt hatte. Die letzten drei Monate werde man “professionell abwickeln”.

“Wir haben ihn gebeten, in einem Interview einige Dinge klarzustellen. Er hat Bereitschaft signalisiert – zumindest nicht abgelehnt. Am nächsten Tag hat er dann abgelehnt. Ich fühlte ich mich schon bemüßigt, meiner Enttäuschung Luft zu machen”, begründete Holzhäuser sein Vorgehen.

Ob Ballack diesen Rat befolgen wird, ist aber eher unwahrscheinlich. Schließlich streicht der 35-Jährige rund sieben Millionen Euro bei Bayer pro Jahr ein. 2010 war der Transfer damals durch die Bayer AG finanziert worden. Und Holzhäusers Vorgehen ist nun offenbar auch in enger Abstimmung mit dem Konzern erfolgt. “Wir haben Herrn Wenning über jeden Schritt informiert”, sagte Bayer-Kommunikationschef Meinolf Sprink auf dapd-Anfrage. Werner Wenning, der bis Ende September 2010 Vorstandsvorsitzender der Bayer AG war, ist aktuell Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Bayer 04 Fußball GmbH.

Wie es mit Ballack weitergeht, bleibt offen. Unklar ist auch, ob die geplante Werbekampagne durch die Bayer-Tochterfirma Health Care mit Ballack noch durchgeführt wird. “Dazu kann ich nichts sagen, aber mit dieser Frage werden sie sich sicher beschäftigen”, ergänzte Sprink. Mit Ballack waren bereits Aufnahmen zum Thema Schlaganfall gemacht worden.

Ballack als großer Werbeträger? Derzeit wohl unvorstellbar in Leverkusen. Das war 2002 noch anders, als der Mittelfeldstar mit dem Werksklub ins Champions-League-Finale einzog und der große Sympathieträger war. Nun droht ihm ein ähnlicher Abschied im Streit wie bei seinem Aus in der Nationalmannschaft. Noch im Sommer flogen zwischen Bundestrainer Joachim Löw und Ballack die Giftpfeile. Ob es noch zu dem angedachten Friedensgipfel kommen wird, ist fraglich. “Im Moment gibt es keinen neuen Stand”, sagte Löw beim DFB-Marketingtag in München und wollte sich zum Leverkusener Theater nicht äußern: “Ich kenne dort die Situation nicht.”

Ballacks Schicksal ist aber kein Einzelfall. Auch Bernd Schusters Karriere endete nach seiner Deutschland-Rückkehr alles andere als glanzvoll. Nach einem heftigen Streit mit Trainer Erich Ribbeck sahen sich Leverkusen und der “blonde Engel” 1996 gar vor Gericht wieder. Auch das letzte Karrierejahr von Stefan Effenberg beim VfL Wolfsburg glich 2002/03 eher einem großen Missverständnis.

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