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Recep Tayyip Erdoğan 2011

© Prime Minister Office / CC BY-SA 2.0

20.07.2016

Putschversuch Pro Asyl befürchtet Fluchtbewegung aus Türkei

Vize Mesovic: Deutschland wird für viele das Ziel sein.

Osnabrück – Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl befürchtet wegen der Säuberungswellen in der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Fluchtbewegung aus dem Land.

In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte der stellvertretende Pro Asyl-Geschäftsführer Bernd Mesovic: „Wenn die Lage sich weiter verschlechtert und die Hexenjagd gegen jegliche Opposition in der Türkei weitergeht, dann wird es eine Flüchtlingsbewegung Richtung Europa geben.“ Dies könne ein Prozess sein, der auch erst in einigen Monaten beginnen könnte. „Wann das sein wird, ist spekulativ. Solange Menschen Hoffnung auf Veränderung haben, bleiben sie in ihrem Land“, sagte der Vize-Geschäftsführer von Pro Asyl.

Sollte Erdogan nach dem Putschversuch wirklich die Todesstrafe wieder einführen, wäre dies ein weiteres Signal für eine Abkehr von den Menschenrechten. Mesovic sagte: „Die Türkei ist schon jetzt kein sicherer Herkunftsstaat und missachtet die Menschenrechte.“

Mesovic rechnet damit, dass Deutschland aufgrund seiner großen türkischen Gemeinde eines der Ziele sein könnte: „Hier gibt es ja bereits eine türkische Gemeinde, die türkische Bürger anziehen wird.“ Bislang steht die Türkei in der Statistik der Asylbewerber in Deutschland auf Platz 19. Im ersten Quartal stellten 456 Türken hierzulande einen Asylantrag.

Der Pro Asyl-Vize forderte zudem von der EU, das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei zu kündigen. Mesovic sagte: „Die Türkei ist einfach kein verlässlicher Partner in Sachen Menschenrechte. Die EU darf beim Flüchtlingsschutz nicht mit Autokraten zusammenarbeiten.“

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