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Psychotherapie als Studienfach Experte sieht Vorteile für Patienten

„Statt Wissenschaftlichkeit dominiert vielerorts noch immer Dogmatismus.“

Mannheim – Der Psychotherapie-Forscher und Wissenschaftliche Direktor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, Martin Bohus, erwartet von der geplanten Reform der Ausbildung von Psychotherapeuten Vorteile für die Patienten.

„Wenn die Grundausbildung an die Universität verlegt wird, führt dies hoffentlich dazu, dass Erkenntnisse aus der Psychotherapie-Forschung schneller in der Praxis ankommen. Im Moment dauert dies bis zu 15 Jahre“, sagte Bohus der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Das Problem sieht er in jenen privaten Instituten, in denen Psychotherapeuten bisher ausgebildet werden. Sie würden von historisch gewachsenen Denkschulen beherrscht: „Statt Wissenschaftlichkeit dominiert vielerorts noch immer Dogmatismus“, so der Psychotherapie-Forscher.

Zudem fordert er, die Arbeit von Psychotherapeuten müsse besser kontrolliert werden. „Die Gesellschaft hat ein Recht darauf, dass Therapeuten effektiv arbeiten. Schließlich finanziert sie die Behandlungen“, sagte Bohus.

Psychotherapie sei eines der wirkungsvollsten Verfahren der Medizin, wenn sie nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen durchgeführt werde. „In der Praxis dagegen geht viel Wirkung verloren, weil häufig irgendwas gemacht wird, weil sich die Therapeuten auf ihre Erfahrung verlassen statt auf wissenschaftliche Evidenz und weil es keine vernünftige Qualitätskontrolle gibt.“

Der Bundestag berät zurzeit über die Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung. Nächste Woche könnte die Entscheidung fallen. Ein Kernpunkt ist die Verlagerung der Grundausbildung an die Universität, Psychotherapie soll dort ein eigenes Studienfach werden.

18.06.2019 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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