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Vom Nachbarn im Schlaf mit Axt angegriffen

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26.02.2013

Berlin Vom Nachbarn im Schlaf mit Axt angegriffen

Täter hörte Stimmen – Staatsanwaltschaft geht von Schuldunfähigkeit aus.

Berlin – Im Prozess gegen einen 47-Jährigen wegen einer Axt-Attacke auf eine Nachbarsfamilie haben die Opfer vor Gericht ausgesagt. „Es war der schlimmste Albtraum“, sagte der 27-jährige Sohn am Dienstag vor dem Landgericht Berlin. Seinen Angaben zufolge sah er vom Flur aus, wie der Mann vor dem Bett der Eltern stand und auf sie einschlug. Im Juni vergangenen Jahres soll der Beschuldigte in Charlottenburg das Ehepaar in der Nachbarwohnung im Schlaf mit der Axt angegriffen haben.

Der 57-jährige Familienvater wurde dabei an Kopf, Bein und Armen schwer verletzt. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Ehefrau und der zu Hilfe eilende Sohn kamen mit leichteren Schnittverletzungen davon.

Im Prozess hatte der Beschuldigte ausgesagt, er habe zuvor „Stimmen gehört“. Was dann geschah, wisse er nicht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig ist. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

„Wie ein tollwütiger Hund“

Der Beschuldigte und die späteren Opfer hatten als Nachbarn jahrzehntelang friedlich zusammengelebt. Der Familienvater erinnerte sich, wie er im Schlaf plötzlich „einen Gegenstand am Bein fühlte“ und dann den Nachbarn mit erhobener Axt vor sich sah. „Hätte ich mich nicht verteidigt, hätte er mich zerstückelt“, sagte der 57-Jährige. Nach Angaben seiner Ehefrau schlug der Täter „in alle Richtungen“ und verletzte sie dabei an der Hand und am Bein. „Er war wie ein tollwütiger Hund“, sagte die 63-Jährige.

Der Sohn des Paares war vom Lärm erwacht und den Eltern zu Hilfe geeilt. Er hatte sich auf den Angreifer „geschmissen“ und dann gemeinsam mit dem Vater versucht, dem Mann die Axt abzunehmen. „Er war einfach nicht zu bändigen“, sagte der Sohn. Irgendwann habe die Axt auf dem Boden gelegen und der Mann sei „wie ein Blitz geflüchtet“.

Die ganze Familie leidet eigenen Angaben nach bis heute unter Schlafstörungen. Die Hausfrau kann auch weiterhin nicht ihre Finger bewegen und hat Angst allein in der Wohnung zu sein. Der Prozess wird am 6. März fortgesetzt.

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