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Polizei sucht Bär und findet männliche Leiche

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19.02.2013

Mord an 40-jährigem Kaufmann Polizei sucht Bär und findet männliche Leiche

Die Angeklagten verweigerten die Aussage.

Ravensburg – Eindeutige Beweise kamen am ersten Prozesstag vor dem Ravensburger Landgericht um den Mord an einem 40-jährigen Kaufmann aus dem Bodenseekreis nicht ans Licht. Doch die angeklagte Ehefrau und ihr mitangeklagter Liebhaber sahen sich am Dienstag mit einer erdrückenden Anzahl starker Indizien konfrontiert. Beide verweigerten die Aussage und traten im Prozess sehr unscheinbar auf.

Die Ehefrau, eine 37-jährige Krankenschwester, die zuletzt im Bodenseekreis wohnte, wirkte unbeteiligt. Ebenso der Mitangeklagte, ein 44 Jahre alter Schreiner, der außer starken Ermüdungserscheinungen keinerlei Regungen zeigte – auch nicht, als der Staatsanwalt die Vorwürfe aus der Anklageschrift vortrug.

Das Paar soll am 21. April 2012 den Ehemann der Angeklagten zunächst betäubt, mit Schlägen gegen den Kopf verletzt und dann erdrosselt haben. Die Leiche sollen die beiden dann in der Nähe einer Schlucht in Tirol abgelegt haben. Dort wurde sie später durch Zufall von Polizeibeamten gefunden, die eigentlich auf der Suche nach einem Bären waren, der zuvor einen Baum umgeworfen hatte.

Der Angeklagte soll die Leiche in einer Holzkiste nach Österreich transportiert haben – bekleidet nur mit einer Unterhose, wie sie später aufgefunden wurde. Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft an, dass der Ehemann der Beziehung zum Liebhaber im Wege stand. Außerdem soll eine vermutete größere Geldsumme, die der Ehemann besessen haben soll, eine Rolle gespielt haben.

Ehefrau erzählte Polizei von Mafiosi-Kontakten

Die Ehefrau selbst hatte ihren Mann am 23. April als vermisst gemeldet. Der Ermittler, der sich vor Gericht an die ersten Vernehmungen der Ehefrau erinnerte, gab an, zunächst in verschiedene Richtungen ermittelt zu haben. So soll der Ehemann bisexuellen Neigungen nachgegangen sein, sodass zunächst eine Tat im Homosexuellen-Milieu nicht ausgeschlossen werden konnte. Außerdem habe die Ehefrau Begegnungen mit Mafiosi geschildert, woraufhin sogar ein Phantombild eines mysteriösen Sandro angefertigt worden war. Doch die Ermittlungen in diese Richtung seien ins Leere gelaufen, sagte der Ermittler.

Sehr bald nach dem Fund der Leiche in Tirol sei das Paar in den Mittelpunkt der Ermittlungen gerutscht. „Wir haben anhand der Handydaten einige Rückschlüsse ziehen können“, gab der leitende Ermittler vor Gericht an. Telefone seien daraufhin überwacht und Handy- und Internetprotokolle ausgewertet worden. So hätten die Ermittler Sätze wie „Nur wenn er tot ist, haben wir unserer Ruhe“ oder „Umbringen können wir ihn ja immer noch“ erhalten. Überhaupt habe sich die Kommunikation für die Ermittler als Goldgrube erwiesen. Zudem soll der Angeklagte nach „dem perfekten Mord gegoogelt“ haben.

Darüber hinaus ergaben nach Aussage der Kriminalbeamten die Ermittlungen, dass der angeklagte Schreiner in einem Betrieb eine Kiste angefertigt hatte. Darin soll der tote Ehemann nach Österreich transportiert worden sein. Bei der angeklagten Krankenschwester wurden laut Ermittler in einer Jackentasche die Köpfe von Glasampullen gefunden worden, die von dem Beruhigungsmittel stammen könnten, mit dem der Ehemann vor seiner Ermordung betäubt worden war. Am Tatort, der Wohnung des Ermordeten, wurden Spuren von Blut des Getöteten entdeckt.

Für den Prozess sind sieben weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird für den 10. April erwartet.

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