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32-Jähriger zu fast 7 Jahren Haft verurteilt

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19.02.2013

Sexueller Missbrauch im Sportverein 32-Jähriger zu fast 7 Jahren Haft verurteilt

Angeklagter zeigt Reue.

Frankenthal – Wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in einem Ludwigshafener Sportverein muss ein 32-Jähriger für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Frankenthal verurteilte den Mann am Dienstag zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten.

Der frühere Mitarbeiter des Ludwigshafener Eis- und Rollsportclubs hatte gleich zu Beginn des Prozesses gestanden, zwischen 2008 und 2012 mehrere Jungen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Er gab an, er sei mit den Kindern und Jugendlichen auf gewisse Weise befreundet gewesen und habe bei seinen Taten keine Gewalt angewendet.

Das Gericht habe es als positiv bewertet, dass der Angeklagte den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten eingeräumt habe, sagte der Vorsitzende Richter Michael Wolpert bei der Urteilsbegründung. Dadurch sei es den Opfern erspart geblieben, vor Dritten Details zu sexuellen Handlungen mit dem Angeklagten zu schildern.

Allerdings sei auch klar, dass der Mann die sexuelle Unerfahrenheit seiner Opfer ausgenutzt habe, zumal freundschaftliche Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen bestanden. „Er hat in keiner Weise davon ausgehen können, dass die Opfer eine selbstbestimmte Sexualität haben“, sagte der Richter. Der Angeklagte habe auch nicht glaubhaft darlegen können, dass ihm nicht klar gewesen sei, wie jung die Kinder waren.

Nach Auffassung von Staatsanwältin Anne Wolf hat der Mann das Vertrauen seiner kindlichen Opfer kühl ausgenutzt. Aus diesem Grund forderte sie eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Der Anwalt des Angeklagten, Gert Heuer, plädierte für eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. Er bestritt, dass der Beschuldigte die freundschaftlichen Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen zum Zweck der sexuellen Befriedigung inszeniert hatte.

Dazu sagte der Vorsitzende Richter, es sei zwar denkbar, dass die sexuellen Kontakte aufgrund eines dynamischen Gruppenprozesses zustande gekommen seien. Der Angeklagte hätte jedoch als Erwachsener die Pflicht gehabt, sich zurückzunehmen. Stattdessen habe er die Kinder und Jugendlichen über einen „sehr langen Tatzeitraum“ missbraucht, was sukzessive die Hemmschwelle habe sinken lassen.

Bei Übernachtungen habe er regelmäßig die Jungen zu sexuellen Handlungen überredet und ihnen erzählt, wie schön dies sei. Mit Blick auf die langfristigen Probleme der Jungen – einer von ihnen musste im vergangenen Jahr in einer psychiatrischen Einrichtung stationär aufgenommen werden – sei die relativ hohe Haftstrafe gerechtfertigt, sagte Wolpert. Er riet dem Mann, dem eine Gutachterin eine „pädophile Nebenströmung“ attestiert hatte, zu einer Verhaltenstherapie.

Der Anwalt des Angeklagten sagte, er gehe davon aus, dass sein Mandant auf psychiatrische Hilfe zurückgreifen wolle, zumal das Problem durchaus lösbar sei. Er zeigte sich zwar zufrieden mit dem Urteil, kündigte aber dennoch eine Prüfung der Urteilsbegründung an. Auch Staatsanwältin Wolf wollte sich hinsichtlich einer möglichen Revision noch nicht äußern und zunächst das Urteil prüfen. Der Angeklagte selbst sagte vor seiner Verurteilung mit tränenerstickter Stimme: „Es tut mir leid, was geschehen ist. Ich kann es nicht ungeschehen machen.“

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