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Entscheidung im Streit um Suhrkamp vertagt

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13.02.2013

Gericht Entscheidung im Streit um Suhrkamp vertagt

Anteilseigner sollen sich außergerichtlich einigen.

Frankfurt/Main – Im langjährigen Streit um den traditionsreichen Suhrkamp-Verlag setzt das Gericht auf eine gütliche Einigung der beiden Anteilseigner. Das Landgericht Frankfurt vertagte am Mittwoch die Entscheidung und bestimmte nunmehr den 25. September als Tag für die mündliche Verhandlung über die Zukunft des Verlages. Bis dahin solle den beiden Anteilseignern Zeit gegeben werden, womöglich doch noch eine außergerichtliche Einigung zu erreichen, sagte der Vorsitzende der 3. Kammer für Handelssachen, Norbert Höhne.

Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz, die über eine Familienstiftung 61 Prozent der Verlagsanteile hält, und Minderheitsgesellschafter Hans Barlach hatten den Ausschluss des jeweils anderen Anteilseigners gefordert. Der Hamburger Medienunternehmer Barlach, dessen Medienholding Winterthur 39 Prozent des Verlages hält, hatte für den Fall einer Niederlage vor Gericht angekündigt, die Auflösung der Kommanditgesellschaft zu beantragen. Damit könnte das gesamte Vermögen des Verlags auch von Dritten übernommen werden.

Den Wert des Verlages und somit den Streitwert des Prozesses taxierte die Kammer auf 20 Millionen Euro, nachdem Unseld-Berkéwicz und Barlach unterschiedlicher Ansicht über den Wert des Verlages waren. Die Anteile der Familienstiftung sind demnach 12,2 Millionen, die der Medienholding Winterthur 7,8 Millionen Euro wert.

Minderheitsgesellschafter Barlach hatte zuletzt vorgeschlagen, einen neuen Mehrheitsgesellschafter in den Verlag zu holen. Unseld-Berkéwicz und Barlach selbst müssten dafür Anteile abgeben, um einem „weißen Ritter“ eine Mehrheit zu verschaffen. Barlach ist dabei vor allem daran gelegen, dass Unseld-Berkéwicz aus der Geschäftsführung des Suhrkamp-Verlages ausscheidet.

Der Streit zwischen Unseld-Berkéwicz und Barlach tobt bereits seit 2006. Noch bevor der Hamburger Geschäftsmann seinerzeit Anteile des traditionsreichen Verlags übernommen hatte, warf er der Witwe des langjährigen Verlegers Siegfried Unseld vor, private Interessen und die des Verlags vermischt zu haben. Zudem habe es „strukturelle Unregelmäßigkeiten“ gegeben. Der Verlag stellte daraufhin Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung und versuchte, die Anteilsübernahme von Barlach als unrechtmäßig geltend zu machen.

Suhrkamp monierte, der Verkauf der Verlagsanteile hätte der Zustimmung der anderen Gesellschafter bedurft. Allerdings hatte der vorherige Gesellschafter, der Schweizer Kaufmann Andreas Reinhart, nicht explizit seine Suhrkamp-Anteile verkauft, sondern seine Schweizer Volkart-Holding aufgesplittet. Die daraus entstandene „Medienholding Winterthur AG“ ist seitdem im Besitz Barlachs.

Den sieben Jahre währenden Streit sollen Unseld-Berkéwicz und Barlach nun also doch noch außergerichtlich beilegen, hofft zumindest das Landgericht Frankfurt. „Wir sind gespannt, ob da was passiert“, sagte ein Gerichtssprecher am Mittwoch.

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