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Angeklagter gibt sich kleinlaut

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25.03.2013

Entführungsfall Rebecca Angeklagter gibt sich kleinlaut

Mutmaßlicher Vergewaltiger legt erneut umfassendes Geständnis ab.

Rostock – Auf die drängenden Warum-Fragen des Richters und Staatsanwaltes weiß der Angeklagte keine Antwort. Warum er im Oktober 2012 die 17 Jahre alte Rebecca in Rostock entführt hat, warum er sie drei Tage lang in seiner Wohnung festhielt, sie schlug und mehrfach vergewaltigte, das „kann ich nicht sagen“, gibt der 28-Jährige kleinlaut an. In blauem Pulli und grauer Jogginghose sitzt er im Saal des Rostocker Landgerichtes und kann statt Erklärungen nur einsilbige Antworten, gepaart mit Schulterzucken und Kopfschütteln hervorbringen.

Gestanden hat der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten bereits vor Prozessbeginn. Seit Montag muss sich der gebürtige Rostocker nun wegen des Verdachts auf Vergewaltigung in drei Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung verantworten. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Aber auch die Unterbringung in einer Psychiatrie oder eine Sicherheitsverwahrung könnten auf ihn zukommen.

Angeklagter sei bei Entführung „völlig zugedröhnt“ gewesen

An die Nacht vom 12. auf den 13. Oktober des vergangenen Jahres, der Nacht, in der Rebeccas Martyrium begann, kann sich der Beschuldigte eigenen Angaben zufolge nur bruchstückhaft erinnern. Er habe eigentlich mit dem Fahrrad zur Sparkasse fahren wollen, um Geld für Zigaretten zu holen, sagt er. Das Radfahren sei ihm schwer gefallen, weil er durch Alkohol und Drogen wie Speed und Kokain „völlig zugedröhnt“ gewesen sei. Bereits mit 13 oder 14 Jahren hatte der Angeklagte eigenen Angaben nach angefangen zu trinken. Inzwischen sei sein Alkoholkonsum auf mehrere Flaschen Bier am Tag gestiegen, dazu kommen hochprozentige Spirituosen.

Mit dem Fahrrad habe er dann sein 17-jähriges Opfer angefahren, das sei aber nicht absichtlich geschehen, betont er. Dass er anschließend mit einem Armeemesser auf die Jugendliche losging und ihr tiefe Schnittverletzungen an Händen und Hals zufügte, erklärt er mit einer „Kurzschlussreaktion“. Er habe das Mädchen dann in seine Wohnung mitgenommen, um die Wunden zu versorgen. Im Kopf sei die Angst vor einer Anzeige gewesen, immerhin habe er zu dieser Zeit noch unter Führungsaufsicht gestanden.

Doch nachdem der Angeklagte die stark blutenden Wunden Rebeccas mit Pflastern versorgt hatte, durfte sie nicht gehen. Bis zum 16. Oktober blieb sie in der Wohnung ihres Entführers, ohne Kleidung, ohne Essen, ohne Arzt. Zweimal wurde sie vergewaltigt. Bei Gegenwehr schlug der Mann teils so hart zu, dass er Rebecca das Nasenbein brach. Wenn er seine Wohnung verließ, fesselte der Beschuldigte die Jugendliche mit Klebeband oder Kabeln, das dauerte bis zu neun Stunden lang.

Keine Tötungsabsicht

Je drängender die Fragen des Staatsanwaltes werden, desto leiser und zögernder antwortet der Tatverdächtige. Nein, er habe kein bestimmtes Ziel gehabt, als er Rebecca mit in seine Wohnung nahm. Und nein, er habe das Mädchen nie töten wollen. „Irgendwann“, sagt der Angeklagte, „nach einer Woche oder so“ habe er sie wieder gehen lassen wollen. Auch auf die Gefahr hin, dass Rebecca ihn und seine Wohnung schnell identifiziert. Denn das Mädchen wusste dem Angeklagten zufolge sehr wohl, wo es sich in etwa befand.

Dem Verteidiger des Beschuldigten zufolge blickt sein Mandant mit „Fassungslosigkeit“ auf die Tat zurück. Er sei voller Scham und Reue. Mit seiner umfassenden Aussage könnte er seinem Opfer die Aussage vor Gericht möglicherweise erspart haben. Rebecca soll am 2. April vor dem Landgericht gehört werden.

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