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Prozess um brutalen Mord an Mädchen aus Krailling beginnt

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15.01.2012

Mord Prozess um brutalen Mord an Mädchen aus Krailling beginnt

Verteidiger hält Anklageschrift für “widersprüchlich”.

München – Wenn die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft zutreffen, dann war es reine Geldgier, die Thomas S. zum grausamen Mord an seinen beiden kleinen Nichten trieb. Es sind massive Vorwürfe, denen sich der 51 Jahre alte Postzusteller vor dem Landgericht München stellen muss, wo am Dienstag (17. Januar, 9.30 Uhr) der Prozess gegen ihn beginnt. Die Gewalt, mit der er die achtjährige Chiara und ihre drei Jahre ältere Schwester Sharon attackiert haben soll, ist kaum zu begreifen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die Familie von Thomas S., selbst Vater von vier Kindern, in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Die Zwangsversteigerung des noch nicht ganz fertiggebauten Hauses im oberbayerischen Peißenberg drohte. Mehrfach habe sich S. bemüht, seine Schwägerin, die Mutter der beiden Mädchen, dazu zu bewegen, den Anteil seiner Frau an einer gemeinsamen Eigentumswohnung abzulösen, was diese jedoch nicht tat.

Daher entschloss er sich den Ermittlungen zufolge, seine Schwägerin und deren beiden Kinder zu töten, um seine Frau zur alleinigen Erbin des elterlichen und großelterlichen Erbes der Familie S. zu machen. Er soll gewusst haben, dass die beiden Mädchen Mittwochnachts immer allein in der Kraillinger Wohnung waren, da ihre Mutter sich an diesem Tag in der etwa 50 Meter entfernten Gaststätte ihres Lebensgefährten aufhielt. Auch dass die Wohnungstür in Abwesenheit der Mutter unversperrt blieb, sei S. bekannt gewesen.

Er sei daher am 24. März vergangenen Jahres um kurz nach Mitternacht – ausgestattet mit einer Hantelstange und einem Seil – in die Wohnung eingedrungen und habe die beiden Mädchen im Schlaf überrascht. Nach Angaben der Ermittler versuchte S. zunächst Chiara in ihrem Bett zu erdrosseln. Währenddessen sei Sharon aufgewacht und in die Küche geflüchtet, wo ihr der mutmaßliche Mörder entgegentrat: Der Staatsanwaltschaft zufolge ging S. zunächst mit der Hantelstange auf das Mädchen los, das sich heftig wehrte. Nachdem es Sharon nicht nur gelang, den Schlägen auszuweichen, sondern S. auch an der Nase zu verletzen, habe der zu einem Küchenmesser gegriffen, mit dem er auf Sharon eingestochen und sie fünfmal in die Brust getroffen habe. Das Mädchen verblutete.

Während der Attacke auf ihre Schwester versuchte die verletzte Chiara die Tür zu ihrem Kinderzimmer von innen zuzudrücken. Fliehen konnte das Mädchen nicht, da sie dazu an ihrem Onkel vorbei gemusst hätte. Diesem sei es nach dem Übergriff auf Sharon jedoch gelungen, in Chiaras Zimmer einzudringen. Dort habe er dem Mädchen mit der Hantelstange den Schädel zertrümmert und mindestens elf Mal auf den Oberkörper des Kindes eingestochen. Danach legte er das brutal zugerichtete Mädchen auf das Bett ihrer Mutter, wo Chiara starb.

Den Ermittlern zufolge wollte S. nun auf seine Schwägerin warten und sie in einer mit Wasser gefüllten Badewanne, in die er einen Handmixer werfen wollte, umbringen. Da die Mutter der Mädchen aber erst später als von S. erwartet heimkam, ließ er seinen Plan fallen. Der Mann wurde erst eine Woche nach der Tat nach intensiver Fahndung festgenommen.

Adam Ahmed, der Verteidiger von Thomas S., hat Zweifel an der Darstellung der Staatsanwaltschaft. Das Motiv der Habgier sei “nicht wirklich verständlich”. In der Anklageschrift seien “Widersprüche vorhanden, die im Laufe des Prozesses auch angesprochen werden”, sagte der Rechtsanwalt der Nachrichtenagentur dapd. Dennoch haben er und sein Mandant “vollstes Vertrauen in das erkennende Gericht”, wie Ahmed mitteilte.

An zunächst 13 Verhandlungstagen soll der Prozess nun Gewissheit darüber schaffen, was sich in Krailling zugetragen hat. Bis Ende März sollen 63 Zeugen und 9 Sachverständige gehört werden.

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