Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

Zeitungskiosk

© Kay Nietfeld / Illustration über dpa

17.04.2015

Print-Boom Immer mehr Zeitschriften in Deutschland

Das Wachstum sei allerdings gefährdet.

München – Die deutschen Zeitschriftenverleger haben im vergangenen Jahr 133 neue Print-Magazine auf den Markt gebracht. Die Zahl der periodisch erscheinenden Publikumszeitschriften stieg auf einen Rekordstand von fast 1600.

Das Wachstum sei allerdings gefährdet – nicht durch den digitalen Umbruch, sondern durch unfaire politische Rahmenbedingungen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, am Donnerstagabend in München: „Die Zeitschriftenverlage befinden sich in einem Wettbewerbsumfeld, das durch neue Werbebeschränkungen, Schwächung des Urheberrechts, den Missbrauch von Monopol-Positionen bis hin zum Steuernachteil digitaler Presse gekennzeichnet ist.“

Die mittelständischen Verlage in Deutschland seien kartell- und steuerrechtlich eingeschränkt, während globale Konzerne wie Google und Facebook fast ungehindert agieren könnten.

Die Vorsitzende des Verbands der Zeitschriftenverlage in Bayern (VZB), Waltraut von Mengden, sieht dennoch gute Gründe dafür, weiter in Print zu investieren: „Die Deutschen geben für Zeitschriften jedes Jahr immer noch über drei Milliarden Euro aus.“

Die Werbeerlöse von Zeitungen und Zeitschriften beliefen sich auf über vier Milliarden Euro, sagte von Mengden bei der VZB-Jahrestagung. „Demgegenüber fallen die wirtschaftlichen Erfolge des rein digitalen Journalismus nach wie vor kümmerlich aus. Wer also den Digital-Predigern vor 10 bis 15 Jahren gefolgt wäre, wäre heute wahrscheinlich ein bisschen pleite.“

Verlage sollten auf ihr redaktionelles Kerngeschäft setzen, gute Inhalte anbieten und die Marke pflegen: Darin waren sich viele Teilnehmer der Tagung einig. Der kanadische Journalist Tyler Brûlé, Chefredakteur der Zeitschrift „Monocle“, schwärmte von deutschen Zeitungskiosken: Nirgendwo in London gebe es eine solche Vielfalt an Printtiteln wie zum Beispiel im Münchner Hauptbahnhof.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© dpa / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/print-boom-immer-mehr-zeitschriften-in-deutschland-82180.html

Weitere Nachrichten

Ralf Jäger SPD

© SPD-Landtagsfraktion NRW / gemeinfrei

Bericht Immer mehr Klagen gegen neues NRW-Beamtenrecht

69 Beamte des Landes NRW sind bislang juristisch gegen die neue Dienstrechtsreform vorgegangen. Das geht aus einem neuen Bericht von NRW-Innenminister Ralf ...

Euroscheine Geld

© Friedrich.Kromberg / W.J.Pilsak / CC BY-SA 3.0

Sparkassenpräsident Strafzins ist nicht ausgeschlossen

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), will einen Strafzins für Kleinsparer langfristig nicht ausschließen. "Auch ...

Rentner

© bstrupp / gemeinfrei / pixabay.com

DIW-Chef Fratzscher Höheres Rentenalter unvermeidbar

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus nach dem Jahr 2030 für unvermeidbar. "Die ...

Weitere Schlagzeilen