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Wegen Mordes angeklagter begeht Suizidversuch

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22.03.2012

Potsdam Wegen Mordes angeklagter begeht Suizidversuch

JVA-Bedienstete finden Mann am Morgen Hinweise auf Tablettenmissbrauch.

Potsdam – Die Last wiegt offenbar zu schwer: Der wegen Mordes an seinen beiden kleinen Töchtern angeklagte dänische Vater hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Der 40-Jährige habe in der Nacht zum Donnerstag in Untersuchungshaft in Brandenburg/Havel Schlaftabletten geschluckt, sagten Sprecher des brandenburgischen Justizministeriums und Landgerichts Potsdam am Donnerstag. Der Mann schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

In Landgericht Potsdam läuft derzeit die Hauptverhandlung gegen ihn. Die Anklage wirft ihm zweifachen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Hintergrund sei ein Sorgerechtsstreit: Der Mann habe seiner Ex-Frau die Kinder nicht gegönnt. Während eines Kurzurlaubs in Deutschland habe er die Kinder in seinem Auto mit Schlaftabletten betäubt und das Fahrzeug in der Nähe von Nauen (Kreis Havelland) angezündet.

Die neun und zehn Jahre alten Mädchen verbrannten bei lebendigem Leib angeschnallt auf dem Rücksitz. Der Däne hat die Tötung der Töchter zum Prozessauftakt zugegeben. Es habe sich gemeinsam mit ihnen umbringen wollen, sei jedoch im letzten Moment aus dem Auto gestiegen. Der Mann kam damals schwer verletzt in eine Klinik.

Am fünften Verhandlungstag am Donnerstag sollte die Ex-Frau und Mutter der getöteten Mädchen als Zeugin gehört werden. Ihre Befragung wurde aufgrund des Suizidversuchs auf Anfang Mai vertagt. Der Prozess soll am 29. März fortgesetzt werden.

Beamte der JVA Brandenburg fanden den Mann auf ihrem morgendlichen Kontrollgang am Donnerstag um 5.30 Uhr verdächtig fest schlafend in seiner Zelle vor. Nach erfolglosen Weckversuchen riefen die Bediensteten den Notarzt. Der Däne wurde ins Klinikum eingeliefert. Donnerstagmittag war er in der Aufwachphase, wie der Sprecher des Justizministeriums sagte.

Der Vorsitzende Richter Frank Tiemann informierte zweieinhalb Stunden nach dem angesetzten Sitzungsbeginn, dass der Angeklagte nach einer „Intoxikation“ zunächst auf einer Intensiv- und später auf der Wachstation des Klinikums behandelt worden sei. Er werde bewacht und sei zudem an einem Gegenstand gefesselt. Der Kreislauf des Mannes sei stabil.

Der Angeklagte war nach Angaben des Ministerium seit seiner Verhaftung im August wegen Suizidgefahr in psychologischer Behandlung. Im Februar sei sein Zustand als so stabil eingeschätzt worden, dass die Behandlung beendet worden sei. Der 40-Jährige sei lediglich noch wegen Schlafstörungen medizinisch betreut worden. Dazu habe er auch Tabletten bekommen. Offenbar hab er diese trotz Überwachung nicht hinuntergeschluckt, sondern aufbewahrt. Auch der Verteidiger bestätigte, dass sein Mandant in der Untersuchungshaft starke Antidepressiva und Schlaftabletten bekommen habe.

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