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Wirbel um US-Finanzaufsicht SEC

© U.S. Government

24.04.2010

Porno-Skandal Wirbel um US-Finanzaufsicht SEC

Glaubwürdigkeit im Kern erschüttert.

Washington – Statt das vor dem Kollaps bedrohte Finanzsystem auf dem Höhepunkt der Krise zu retten, haben hochbezahlte Mitarbeiter der US-Finanzaufsicht SEC von Behörden-Computern Filme mit sexuellen Inhalten aus dem Internet heruntergeladen. Die Vorwürfe wiegen schwer. Wie US-Medien unter Berufung auf SEC-Untersuchungsprotokolle für die vergangenen fünf Jahre berichten, wurden 33 Mitarbeiter ermittelt.

Mangelnde Kontrolle als Defizit

„Dieses aktuelle Beispiel zeigt einmal mehr, dass es teils immens an Kontrolle in Wirtschaft und Politik mangelt. Zudem sollte hierbei erwähnt werden, dass Demokratie als Möglichkeit der Kontrolle, nämlich im Zweifelsfall abwählen zu können, nicht den Stellenwert einnimmt, wie es sein sollte“, sagt Unternehmensberater Bernd Höhne. Dem Fachmann nach bedeuten die Vorfälle in der SEC einen massiven Verlust an Glaubwürdigkeit in Behörden, die dazu geschaffen wurden, als Kontrollinstanzen zu agieren.

Der landesweit für Empörung sorgende Porno-Skandal scheint berechtigt. Denn mehr als die Hälfte der untersuchten Fälle bezieht sich auf Mitarbeiter, die zwischen 99.000 und 223.000 Dollar im Jahr verdienen. Die Nachforschungen wurden angestoßen von US-Senator Charles Grassley. Die Details der Recherchen sind brisant. Demnach soll ein hochrangiger Jurist der Behörde von seinem Büro-Computer in der SEC-Zentrale in Washington bis zu acht Stunden am Tag Sexbilder angeschaut und umfassend Pornos aus dem Internet heruntergeladen haben.

Glaubwürdigkeit im Kern erschüttert

Einige der Beschuldigten sollen – nachdem der Speicherplatz auf den Rechnern erschöpft war – CDs sowie DVDs mit den Schmuddelfilmen gebrannt und in den eigenen Büros aufbewahrt haben. Der in dem Report erwähnte SEC-Jurist hat nach dem Bekanntwerden der Aktivitäten in seinen Rücktritt eingewilligt. Ob damit das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewonnen werden kann, bleibt offen. „Es gibt gut bezahlte Jobs, die für viele zu bequem geworden sind. Ein Rückfall in oligarchische Strukturen ist zu befürchten“, sagt Höhne.

Die brisanten privaten Aktivitäten einiger SEC-Mitarbeiter sollen dem internen Bericht nach von zwei Fällen im Jahr 2007 auf 16 im Folgejahr 2008 sprunghaft angestiegen sein. In diese Periode fällt nicht nur der zusammenbrechende Subprime-Hypothekenmarkt, sondern auch die Lehman-Brothers-Pleite.

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