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Polizei sucht nach Brückenbrandstiftern

© dapd

15.02.2012

Massenkarambolage Polizei sucht nach Brückenbrandstiftern

Zahl der Schwerverletzten bei Unfall in NRW hat sich erhöht.

Dormagen – Nach der Massenkarambolage mit einem Toten auf das A 57 bei Dormagen in Nordrhein-Westfalen suchen die Ermittler fieberhaft nach den Verursachern. Eine heiße Spur zu den Brandstiftern, die Plastikrohre unter einer Autobahnbrücke in Brand gesetzt und mit der dadurch entstandenen Rauchwolke den Massenunfall ausgelöst haben sollen, gebe es aber noch nicht, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Unterdessen hat sich die Zahl der Schwerverletzten erhöht.

Polizei und Staatsanwaltschaft Düsseldorf sprachen am Mittwoch nicht mehr von zwei, sondern von acht betroffenen Menschen. Eine 35-jährige Frau schwebe in Lebensgefahr. Ein 29-Jähriger war bei dem Unfall am Dienstag gestorben. Insgesamt wurden 13 Menschen verletzt. Die Unfallstelle konnte erst nach Stunden geräumt werden, weil die Brücke einzustürzen drohte. Die Polizei ermittelt inzwischen nicht mehr nur wegen Brandstiftung, sondern auch wegen fahrlässiger Tötung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gegen unbekannt.

Auch nach der Räumung der Unfallstelle bleibt die Brücke neuen Schätzungen des Landesbetriebs Straßenbau zufolge noch bis mindestens Ende kommender Woche gesperrt. Statiker seien noch dabei herauszufinden, inwieweit die Brücke in Zukunft überhaupt noch genutzt werden könne, sagte ein Sprecher.

In einer ersten Einschätzung war ein Statiker zu dem Schluss gekommen, dass zumindest Teile der Brücke abgerissen werden müssen. Besonders stark hat demnach der Brückenteil in Fahrtrichtung Köln gelitten. Beton sei durch die Hitze des Feuers abgeplatzt, der Stahl habe sich verbogen, sagte der Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau. Daher sei es wohl nicht mehr möglich, die Fahrbahn zu nutzen. Ob zumindest die Brückenteile in der Gegenrichtung noch gerettet werden können, müsse noch geklärt werden.

Die Strecke ist eine der wichtigsten Pendlerautobahnen in NRW. Täglich nutzen etwa 70.000 Fahrzeuge den Abschnitt. Während der Bauarbeiten, die sich bis zu anderthalb Jahre hinziehen könnten, dürfte es daher zu massiven Problemen kommen.

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