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Polizei beendet Erpressung eines Unternehmers

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30.01.2012

Brandenburg Polizei beendet Erpressung eines Unternehmers

Arbeitsloser brauchte Geld.

Potsdam – Offenbar aus Geldmangel wollte ein Mann aus Sachsen-Anhalt einen Unternehmer aus Brandenburg erpressen. Der 54 Jahre alte mutmaßliche Täter sei am Samstag festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der Mann habe die versuchte räuberische Erpressung gestanden. Es handele sich um den ehemaligen Bezirksleiter eines Unternehmens. Ihm seien nach eigener Aussage nach vier Jahren Arbeitslosigkeit die Ersparnisse ausgegangen.

Oberstaatsanwalt Heinrich Junker sagte, der Täter habe am Mittwoch gegen 11.00 Uhr bei dem ihm bekannten Unternehmer im Kreis Potsdam-Mittelmark angerufen und 800.000 Euro gefordert. Dabei habe er damit gedroht, die zwölfjährige Tochter des Waffelfabrikanten zu erschießen, falls seine Forderung nicht erfüllt werde. Der 47-Jährige Unternehmer sei zum Zeitpunkt des Anrufs gerade in Polen gewesen, wo er eine Niederlassung betreibe. Er habe zuerst die Abholung seiner Tochter aus der Schule veranlasst und dann die Polizei verständigt.

Die Polizei nahm die Lage sehr ernst, wie Direktor Hans-Jürgen Mörike schilderte. Bis zur Festnahme des mutmaßlichen Täters am Samstag waren täglich rund 100 Beamte im Einsatz, darunter auch Experten aus Spezialeinheiten mehrerer Bundesländer. Sowohl die Familie als auch der Betrieb des Unternehmers wurden überwacht. Auf die Spur des Täters kamen die Ermittler letztlich durch die Ortung seines Handys.

Der 54-Jährige schaltete den Angaben zufolge am Samstagvormittag sein Handy wieder ein. Nach der Ortung observierten Polizisten den Mann. Er fuhr zunächst von Sachsen-Anhalt in Richtung Berlin, wechselte später die Fahrtrichtung und parkte schließlich auf einer Raststätte an der Autobahn 2. Als er gerade eine SMS mit weiteren Anweisungen an sein Erpressungsopfer schreiben wollte, überwältigten Polizisten den Mann.

In seinem Auto wurden eine Schreckschusspistole, Gummihandschuhe, das Handy und mehrere Prepaid-Karten sowie Umschläge mit Hinweisen gefunden. Nach seiner Festnahme verweigerte der 54-Jährige zunächst die Aussage. Vor dem Haftrichter räumte er die Tat am Sonntag aber ein. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Er hat eine Lebensgefährtin mit Kind. Nach Angaben von Mörke ist der 54-Jährige Jäger. Er habe mehrere Waffen zuhause in einem Panzerschrank aufbewahrt. Das zeige, dass es richtig gewesen sei, die Drohung ernst zu nehmen, sagte Mörke.

Der Polizeidirektor dankte der Unternehmerfamilie für ihre Kooperation. Mutter und Tochter wurden bis zur Aufklärung des Falls bei Verwandten untergebracht. Der Waffelfabikant beschäftigt den Angaben zufolge in seinem Betrieb bei Brandenburg/Havel etwa 40 Mitarbeiter. Der Täter sei mit seiner Forderung von 800.000 Euro durchaus realistisch gewesen, sagte Mörke. Offenbar habe sich der Mann mit den Verhältnissen ausgekannt. Details müssten die weiteren Ermittlungen bringen.

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