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„Wenn Crazy Horst auf friendly fire schaltet

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13.02.2013

Politischer Aschermittwoch „Wenn Crazy Horst auf friendly fire schaltet“

Grünen-Redner Bause und Trittin beschwören am Aschermittwoch den Machtwechsel in Bayern.

Landshut – So wild kann es mit dem Machtwechsel in Bayern ja nicht sein – wenn sogar ein Papst im Handstreich zurücktritt. „Eine wahrhaft historische Sensation. Und das passiert einfach so“, konstatiert Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause: „Da werden wir es in Bayern doch schaffen, auch ein wenig Geschichte zu schreiben und zum ersten Mal seit 56 Jahren die CSU in die Opposition zu schicken.“ Wenig später ruft Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin die Parteifreunde auf, Bayern bei der Landtagswahl im Herbst vom „schwarzen Fluch zu befreien“.

Aschermittwoch bei den Grünen in Landshut: Mit der bierseeligen Stimmung der politischen Konkurrenz hat die Atmosphäre hier wenig gemein. Im gediegenen Bernlochner Stadtsaal sind sterile Tische aufgestellt für die etwa 300 Grünen-Anhänger, die Wollpullis oder Sakkos tragen – keine Tracht. Aus leeren Biergläsern ragen grüne Fähnchen, auf denen „Mit AKWs spielt man nicht“ steht. Getrunken wird kaum Weißbier, dafür viel Traubensaft und Wasser. Eine Band spielt Welt- statt Blasmusik, als Bause und Trittin einlaufen.

Eine Haudrauf-Veranstaltung ist es trotzdem: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sei ein „Polit-Hallodri, der jede Woche mit einer anderen Meinung durchs Land stolziert“, ätzt Margarete Bause. Die CSU habe nichts zu bieten außer „Großspurigkeit, völliger Beliebigkeit und Machterhalt um jeden Preis“. Und die „Chaosdiktatur“ des Horst Seehofer. Dieser lasse sich von der FDP – laut Bause eine Splitterpartei, die andere um Leihstimmen anschnorrt – wie der Ochse am Nasenring durch die Manege führen.

Die Grünen-Frontfrau spielt damit darauf an, dass die Liberalen im Streit mit der CSU über die Studiengebühren nicht einlenken wollen. Bause nutzt die Gelegenheit, der CSU/FDP-Regierung dieses Desaster ordentlich um die Ohren zu hauen. „Das ist eine Schmierenkomödie, die taugt noch nicht einmal für das Bauerntheater von Tuntenhausen“, sagt sie.

Jürgen Trittin teilt vor allem gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus, wirft ihr Versagen in allen Politikbereichen vor. „Der größte Freund der Islamisten sitzt im Kanzleramt“, poltert Trittin – in Anspielung auf Waffenexporte nach Saudi-Arabien. Über Familienministerin Kristina Schröder (CDU) spottet Trittin, sie sei „jung an Jahren, aber alt an Gedanken“.

Auch andere bekommen ihr Fett ab: Die Liberalen seien nur der „Blinddarm“ der Union. Horst Seehofer liebe es, die eigenen Parteifreunde zu vergrätzen. Markus Söder etwa, dem der CSU-Chef pathologischen Ehrgeiz attestiert habe. „Wenn Crazy Horst auf friendly fire schaltet, dann ist der Kollateralschaden eingetreten“, lästert der Grünen-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl.

Auch er zieht noch einen Papst-Vergleich. Der Heilige Vater habe eingesehen, dass seine Kräfte nicht mehr ausreichten, sein Amt gut auszuführen. Trittin schlussfolgert: „Dieses Maß an Selbstverständnis ist etwas, das Horst Seehofer fremd ist.“

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