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Linkspartei rechnete mit „Peer Steinreich ab

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13.02.2013

Politischer Aschermittwoch Linkspartei rechnete mit „Peer Steinreich“ ab

Wagenknecht skizziert „den unterbezahlten Leidensweg Steinbrücks.“

Tiefenbach – Linke-Vizechefin Sahra Wagenknecht hat in Passau den Bundestags- und Landtagswahlkampf ihrer Partei offiziell eröffnet. Während sie beim politischen Aschermittwoch Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) gar nicht erwähnte und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nur am Rande streifte, ging sie mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fast eine Viertelstunde lang hart ins Gericht.

„Peer Steinreich“ sei der beste Mann im Team der Kanzlerin, monierte Wagenknecht. Merkel und Steinbrück seien schließlich immer einer Meinung: „Ich möchte nicht wissen, wie viel er dafür bezahlt bekommt.“ Damit hatte sie den Lacher der rund 500 Genossen im Festzelt sicher.

Lediglich „einen einzigen Unterschied“ erkannte sie Steinbrück zu: „Er wäre lieber Sparkassendirektor in Schleswig-Holstein als Kanzlerkandidat geworden“ Nur: Schleswig-Holsteins damalige Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) habe den „ultimativen Karrieresprung“ Steinbrücks zerschlagen. „Danach begann der unterbezahlte Leidensweg des Peer Steinbrück.

Nicht mutig genug für ein Dirndl

Wagenknecht war im festlich schwarzen Blazer gekommen. „Ich wollte mich heute eigentlich in ein Dirndl zwingen. Dann hat mich der Mut verlassen. Ich habe gehört, Rainer Brüderle soll hier ganz in der Nähe sein“, ulkte sie mit Blick auf die Sexismus-Vorwürfe gegen den FDP-Spitzenmann.

Dem „Frauenversteher der FDP“ schlug Wagenkecht vor, doch einfach Bundesfamilienminister zu werden. Das Amt sei derzeit zwar noch mit der CDU-Politikerin Kristina Schröder besetzt. Da diese aber einen Doktortitel habe, zähle sie „zur höchsten Risikogruppe der Bundesregierung“. Die Musikgruppe „Passauer Saudirndln“ vertonte die Kritik an den Fraktionsvorsitzenden der FDP mit einem Politik-Gstanzl.

Wagenknecht: Papst war der letzte unkündbare Deutsche

Mit einem gewagten Vergleich kritisierte Wagenknecht, dass Arbeit in Deutschland immer schlechter bezahlt werde. „Der Papst war der einzige Deutsche, der noch unkündbar war und einen krisensicheren Job hatte“, sagte Wagenknecht – und fügte hinzu: „Aber das ist die Moderne: Auch Papst zu sein, mutiert zur Zeitarbeit.“

In viel Wortwitz verpackte Wagenknecht die Inhalte der Linkspartei. In Richtung Besserverdienender sagte sie etwa: „Wir geben den Superreichen ihre Würde zurück und schaffen nachhaltige Lösungen.“ Denn die Linke sei die Partei für diejenigen, die wirklich etwas besseres verdienten, als die Sorge um ihre überschüssigen Gelder.

Ernst rechnet mit Seehofer ab

Mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), „der hier auch irgendwo in Passau sprechen soll“, rechnete dann der frühere Linke-Parteichef Klaus Ernst ab. Seehofer wolle mit allen Mitteln an der Macht bleiben, dabei langweile er sogar die Parteifreunde, sagte Ernst. Das werde auch daran offensichtlich, dass Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber beim politischen Aschermittwoch der CSU in diesem Jahr wieder als Redner auftreten darf: „Erst haben sie Stoiber gemeuchelt, jetzt holen sie ihn wieder zurück.“

Der Bundestagsabgeordnete wusste das Publikum aber auch mit ungewöhnlichen Mitteln zu unterhalten: Er stieg mit einer Voodoo-Puppe auf die Bühne. „Ich habe für jedes Gesetz, mit dem der Wähler gequält wird, eine Nadel dabei“, erklärte er. Danach stach er zu – für die Rentengesetze, für Hartz IV und für die Begünstigung der Hoteliers durch einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz.

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