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CSU-Anhänger feiern ihre Ministerpräsidenten

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13.02.2013

Politischer Aschermittwoch CSU-Anhänger feiern ihre Ministerpräsidenten

Seehofer und Stoiber begeistern das Publikum in Passau.

Passau – Beinahe hätte der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber seinem Nachfolger die Show gestohlen. „Was soll ich jetzt noch sagen?“, fragt CSU-Chef Horst Seehofer, als er beim politischen Aschermittwoch in Passau ans Rednerpult tritt.

Zuvor hatte der Ehrenvorsitzende Stoiber in der vollbesetzten Dreiländerhalle mit einer leidenschaftlichen Rede nicht nur die politische Konkurrenz scharf angegriffen, sondern von Nordkorea über den Papst-Rücktritt bis zu Pep Guardiola alle Themen beackert, die die Menschen in Bayern beschäftigen. Mit „Oh, wie ist das schön“-Gesängen, stehenden Ovationen und „Edmund, Edmund“-Rufen wird er von der Bühne verabschiedet, nachdem er bereits bei der Vorstellung mehr Applaus erhalten hatte Seehofer.

Doch Amtsinhaber Seehofer trifft mit seinem Eröffnungsthema direkt den Nerv der Basis. So hatte der 66-jährige Josef Schafbauer aus dem Kreisverband Neustadt an der Waldnaab bereits vor Beginn der Veranstaltung klargestellt, dass er vor allem Aussagen zum Länderfinanzausgleich erwarte. Und der Ministerpräsident tut ihm den gefallen und poltert gleich am Anfang seiner etwa 50-minütigen Rede gegen die Nehmerländer.

Der in den letzten Monaten oft von CSU-Granden ausgesprochene Satz „Wir sind solidarisch, aber nicht blöd“, der auch eines der Plakate im Saal ziert, darf in Seehofers Rede natürlich nicht fehlen. Viel Applaus und Jubel erntet er dafür. Anschließend wird fast jeder Satz des Parteichefs stürmisch beklatscht. Immer wieder werden die zahlreichen CSU-Fähnchen und die an alle Tische verteilten „Seehofer wunderbar“-Plakate geschwenkt.

Auch Angriffe auf die Herausforderer bleiben im bayerischen Superwahljahr natürlich nicht aus. So spricht Seehofer den Sozialdemokraten die Regierungsfähigkeit ab. „Die SPD ist wie eine alte Ziege, die glaubt, dass sie durch das Meckern ihre Pflicht erfüllt hat, auf das Milchgeben kommt es nicht mehr an“, spottet er. Mit Blick auf die Vortragsdebatte um SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gibt der CSU-Chef beim Aschermittwoch die Garantie ab, eine honorarfreie Rede zu halten.

Verdächtige Stille

Die Basis zeigt sich nach der Veranstaltung begeistert. „Die christlich-sozialen Werte sind klar angesprochen worden“, sagt der Passauer Stephan Kroneder. Stoiber habe klar gemacht, dass junge Familien gestärkt werden müssten und Seehofer habe die wachsende Kluft zwischen der Mittelschicht und den Reichen angeprangert. „Ich bin insgesamt sehr zufrieden“, resümiert der 32-Jährige.

In einem Punkt sind die CSU-Redner allerdings lange verdächtig ruhig. Niemand spricht wie sonst vom „größten Stammtisch Deutschlands“. Diesen Titel hatte nämlich die SPD für ihre Aschermittwochsveranstaltung in Vilshofen mit 5.000 Gästen reklamiert. Eine Zuschauerzahl verkündet in Passau erst der letzte Redner, CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. 7.000 Besucher sollen in der Halle sein, die eigentlich nur für 4.000 Menschen zugelassen ist. Zwar sind die Reihen gut gefüllt, auf den Gängen herrscht aber kein großes Gedränge. Die Zahl darf also bezweifelt werden.

Der Basis ist dieses Thema ohnehin weniger wichtig. Sie glaube nicht, dass die SPD mehr Besucher habe, aber das sei letztlich auch nicht entscheidend, sagt Franziska König. Und Schafbauer ergänzt: „Das ist doch nur ein unwichtiges Gerangel.“ Die Besucherzahl sei egal. „Aber wenn die SPD mehr Zuschauer hat, dann ist es geschummelt“, fügt er gleich noch hinzu.

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