newsburger.de Nachrichten aus aller Welt

Hochwasser
Foto: maa / newsburger.de

Folgen der Flutkatastrophe Politisch Verantwortliche benennen

Trotz rechtzeitiger Warnungen keine erkennbaren Schritte.

Düsseldorf – Bereits am Sonntag, den 10. Juli, lag nach Recherchen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) die erste Hochwasserwarnung der Stufe „Extrem“ des European Flood Awareness System (EFAS) vor. Auch das NRW-Innenministerium war schon Montag Vormittag alarmiert. Am Mittwoch gab das EFAS mit 90% Übereinstimmung die tatsächlich ab dem 14. Juli von Überflutungen betroffenen Kreise und Städte an.

Dass dort keine Evakuierung stattfand und die Einsatzkräfte den Ereignissen nachlaufen mussten, bezeichnet Hannah Cloke, Professorin für Hydrologie an der britischen Universität Reading und eine der Entwicklerinnen des Europäischen Hochwasser-Warnsystems, als „monumentales Systemversagen.“

Tote und Schwerverletzte hätten vermieden werden können

Oliver Ding, Büropirat aus dem ebenfalls von verheerenden Überflutungen mit existenzbedrohenden Schäden betroffenen Leverkusen, erläutert: „Prävention ist die wichtigste Aufgabe im Katastrophenschutz. Die Behörden waren offenbar weit im Vorfeld informiert und haben dennoch nicht gehandelt. Die Bevölkerung wurde nicht ausreichend gewarnt. Die Kommunen wurden allein gelassen. Die Einsatzkräfte konnten sich nicht koordiniert vorbereiten und mussten auf die schon im Gang befindliche Katastrophe reagieren. Das hat Menschenleben gekostet.

Wie es anders gehen kann und muss, zeigt das Beispiel der Niederlande: Dort wurde auf die Warnungen reagiert, und es konnten Vorbereitungen getroffen werden. So sind neben den materiellen Schäden keine Menschenleben oder auch nur Verletzte zu beklagen.“

Noch am Freitag, den 16. Juli hielt man im Innenministerium einen Krisenstab unter Führung der Landesregierung für unnötig. Da waren bereits weite Gebiete des Landes überschwemmt und viele Menschen gestorben.

„Durch die Untätigkeit der Landesregierung wurde den Einsatzkräften wertvolle Vorbereitungszeit vorenthalten, um Personaleinsatz, Kommunikationswege und Infrastrukturen zu planen und zu verteilen und die besonders gefährdeten Orte zu evakuieren. Ein Innenminister, der entgegen der Faktenlage nachdrücklich von einer nicht vorhersehbaren Katastrophe spricht, sollte sofort zurücktreten“, kommentiert Hélder Aguiar, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei NRW.

„Wir fordern außerdem einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um die Verantwortlichen für das erschütternde Organisationsversagen benennen zu können. Aus unserer Sicht hat die zur Schau gestellte Skepsis des Ministerpräsidenten gegenüber Warnungen der Wissenschaft hier – wie schon in der Corona-Pandemie – erneut Menschenleben gefordert. Als Kanzler wäre er untragbar“, so Aguiar weiter.

20.07.2021 © newsburger.de

Weitere Meldungen

Coronavirus Schäuble drängt Stiko zu Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble drängt die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer Empfehlung von Corona-Impfungen für Kinder. "Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren. Allerdings darf ich sie an ihre ...

Ernst Impfen um Schulen offen zu lassen

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) spricht sich dafür aus, Kinder und Jugendliche schon ab zwölf Jahren impfen zu lassen. Sie appellierte am Donnerstag im Inforadio vom rbb an die Ständige Impfkommission, eine entsprechende Empfehlung auszusprechen. ...

Schäuble Corona-Einschränkungen bald nur noch für Nichtgeimpfte

Kanzlerpräferenz Laschet verliert 6 Prozentpunkte

Trendbarometer CDU/CSU fällt auf 26 Prozent – Grüne wieder über 20 Prozent

Zentralrat Nur Abgrenzung von AfD ermöglicht jüdisches Leben

SPD-Rechtsexperte Einschränkungen für Nicht-Geimpfte höchst bedenklich

SPD-Pflegebeauftragte Einrichtungen auf Katastrophenschutz überprüfen

SPD-Sportpolitikerin Olympische Spiele nicht verantwortbar und nicht fair

CDU Brok fordert Wohncontainer für Flutopfer

Grüne Hofreiter attackiert Union wegen Klimaschutz-Streit

Steigende Inzidenzen Lauterbach wirft Bundesregierung Untätigkeit vor

Kühnert Ampel-Koalition möglich

Nach Flut-Katastrophe Grüne fordern Reform der Schuldenbremse

Bundeswehr Middelberg und Mazyek fordern muslimische Seelsorger

Unwetter-Katastrophen NRW-Innenminister Reul fordert Sirenen-Pflicht

Flutkatastrophe Union warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen

Flutkatastrophen Linke und SPD plädieren für Elementarschadenversicherung

"Großer Fehler" Bosbach kritisiert Laschets Lacher in Erftstadt

NRW Grüne wollen Warnsirenen wieder aufstellen

« Vorheriger ArtikelNächster Artikel »