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16.01.2010

Politiker von Union und SPD fordern beschleunigten Abzug aus Afghanistan

Berlin – Wenige Tage vor der Londoner Afghanistan-Konferenz mehren sich in Deutschland die Stimmen, die auf einen beschleunigten Abzug der Bundeswehr drängen. „Es ist durchaus möglich, dass wir kurzfristig mehr deutsche Soldaten und Polizisten in Afghanistan benötigen“, sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff, dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Dies halte ich aber nur für tragbar, wenn wir dann auch früher abziehen können.“ Zugleich forderte Schockenhoff eine „zeitliche Perspektive für die Übergabe der Verantwortung an die afghanischen Sicherheitsbehörden“.

In der SPD wird bereits ein genauer Zeitpunkt für den Abzug verlangt. „Wir müssen jetzt dringend über eine Abzugsstrategie reden – mit einem klaren Enddatum. Dieses Abzugsdatum kann nicht der Sankt-Nimmerleinstag sein“, sagte der Sprecher der SPD-Linken, Björn Böhning. „Ich kann mir eine weitere Truppenaufstockung ohne eindeutige Rückzugsperspektive nicht vorstellen.“ Die SPD wird am Freitag in Berlin eine Tagung zu Afghanistan abhalten. Am 27. Januar, einen Tag vor der Londoner Konferenz, will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag einen Regierungserklärung abgeben.

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