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27.02.2010

Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau einkalkuliert?

Köln – Die Fälschungen von Messprotokollen beim Bau der Kölner U-Bahn sind offenbar nicht nur das Werk subalterner Mitarbeiter. Für die Ermittler verdichten sich Hinweise, der Pfusch, der womöglich dafür verantwortlich war, dass zwei Menschen ihr Leben verloren und ein Milliardenschaden entstand, sei an „höherer Stelle“ aus Kostengründen einkalkuliert worden. Inzwischen seien manipulierte Papiere aufgetaucht, die eine Baustelle betreffen, an der die bislang unter Verdacht stehenden Personen nicht gearbeitet haben, berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe am Montag. Flächendeckende Schlamperei bei der Bauausführung könnte nach Expertenmeinung ein Hinweis darauf sein, hier sei „systematisch mit Rückendeckung“ gehandelt worden.

Dafür spräche auch die Aussage eines am Unglücksort tätigen Prüfingenieurs: Wochen vor dem Einsturz des Archivgebäudes am Waidmarkt im März 2009, so gab der Spezialist bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll, habe er am Gemäuer „erhebliche Setzungen“ festgestellt – vermutlich Folgen eines zu schnellen und zu intensiven Abpumpens des Grundwassers. Statt der vorausberechneten 300 Kubikmeter seien pro Stunde über 1.000 Kubikmeter Wasser aus dem Erdreich gefördert worden, was die Standfestigkeit untergrub. „Mehrere Fehlstellen in der Schlitzwand“, die die Baugrube sichern sollte, hätten nach teilweise „erheblichen Wassereinbrüchen … saniert werden“ müssen. Keiner der Verantwortlichen der Baufirma und des Bauherrn reagierte mit der notwendigen Konsequenz. Grund des fatalen Wassereinbruchs war, dass möglicherweise zu wenig Beton verarbeitet wurde; zudem fehlten Stahlteile in der Armierung, weil sie geklaut worden waren. Der betroffene Baukonzern Bilfinger Berger weist die Vorwürfe zurück. Hinweise auf ein geplantes Vorgehen von höherer Stelle lägen nicht vor.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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