Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Pentagon stellt Sparpläne bei den Streitkräften vor

© AP, dapd

27.01.2012

USA Pentagon stellt Sparpläne bei den Streitkräften vor

Abzug von Brigaden trifft Grafenwöhr und Schweinfurt.

Washington – Die USA planen deutliche Einschnitte bei ihren Streitkräften und wollen damit in den kommenden zehn Jahren knapp eine halbe Billion Dollar einsparen. Die Zahl der Soldaten soll um insgesamt etwa 100.000 reduziert werden, wie Verteidigungsminister Leon Panetta am Donnerstag in Washington mitteilte. Betroffen ist davon auch Deutschland. Von dort sollen zwei Schwere Brigaden abgezogen werden, wie die Zeitung “Stars and Stripes” unter Berufung auf das Pentagon berichtete. Dies beträfe die Standorte Grafenwöhr und Schweinfurt sowie Baumholder.

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd wollte der Sprecher der US-Streitkräfte in Europa, Bruce Anderson, am Freitag keine Standorte nennen. Anderson verwies aber darauf, dass das US-Verteidigungsministerium den Abzug zweier sogenannter Schwerer Brigaden beschlossen habe. Das US-Heer verfüge in Europa lediglich über zwei derartige Verbände, die 172. Infanteriebrigade in Bayern und 170. Infanteriebrigade in Rheinland-Pfalz. In Europa würden damit noch zwei Brigaden verbleiben, eine in Vilseck in der Oberpfalz und eine im italienischen Vicenza.

Das rheinland-pfälzische Innenministerium erklärte am Freitag in Mainz, die Landesregierung gehe davon aus, dass der Standort Baumholder nicht komplett aufgegeben werde. Dies sei von US-Seite in Gesprächen signalisiert worden.

Laut Panetta ist weiter geplant, den Kauf neuer Kampfjets aufzuschieben sowie ältere Flugzeuge und Schiffe auszumustern. Die Gesamthöhe der Einsparungen bis 2022 soll nach Willen der Regierung von Präsident Barack Obama bei 487 Milliarden Dollar (371 Milliarden Euro) liegen. Das Heer soll demnach um 80.000 auf 490.000 Soldaten schrumpfen. Bei der Marine ist eine Kürzung von 202.000 auf 182.000 Soldaten geplant.

Steigen wird das amerikanische Militärbudget zunächst trotzdem – allerdings weniger, als vor der Einigung von Demokraten und Republikanern auf einen Abbau des Staatsdefizits geplant.

Ziel sei es, trotz der Einsparungen weiter die stärkste Militärmacht der Welt zu bleiben und die US-Streitkräfte nicht auszuhöhlen, sagte Panetta. Die Kritik von den Republikanern kam dennoch prompt: Die Pläne brächten die Truppen zurück auf das Niveau vor den Anschlägen vom 11. September 2001 und versetzten das Land in große Gefahr, sagte der Senator und Militärexperte John Cornyn. Der Kongress muss den Plänen noch zustimmen.

Die amerikanische Luftwaffe soll etwa zwei Dutzend Transportflugzeuge vom Typ C-5A und 65 weitere vom Typ C-130 ausmustern, wie aus einer Auflistung von Details hervorgeht. Weiter soll die Marine sieben Kriegsschiffe früher aus dem Dienst nehmen als bisher geplant und zudem den Kauf neuer Schiffe aufschieben. Auch die Aufrüstung der Luftwaffe mit neuen F-35-Jets werde sich verzögern, hieß es. Beim Sold sei ab 2015 eine Verlangsamung des Tempos der Erhöhungen vorgesehen.

Die Pläne seien auch mit einer Verlagerung der Schwerpunkte der amerikanischen Streitkräfte verbunden, sagte Panetta. Anstelle der Kriege im Irak und in Afghanistan liege der Fokus künftig verstärkt auf Herausforderungen in Asien, im Nahen Osten sowie auf Operationen im Cyberspace. Vorgesehen sei zudem eine deutliche Stärkung von Spezialeinheiten wie den Navy SEALS, die im vergangenen Jahr in Pakistan den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden töteten. Die Streitkräfte des Landes würden zu einer kleineren und beweglicheren Truppe gemacht, die schneller und besser auf Bedrohungen außerhalb der traditionellen Kriegsführung reagieren könne.

Für 2013 will Panetta ein Budget von 525 Milliarden Dollar sowie weitere 88 Milliarden Dollar für den Einsatz in Afghanistan fordern. Dies wären insgesamt 33 Milliarden weniger als im laufenden Jahr. Bis 2017 werde der Pentagon-Haushalt auf 567 Milliarden steigen, sagte der US-Verteidigungsminister. Gegenüber den ursprünglichen Plänen käme dies jedoch einer Einsparung von 259 Milliarden Dollar in fünf Jahren gleich. Bis 2022 würden es dann insgesamt 487 Milliarden sein.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© AP, dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/pentagon-stellt-sparplane-bei-den-streitkraften-vor-36593.html

Weitere Nachrichten

Angela Merkel CDU

© palinchak / 123RF Lizenzfreie Bilder

Unionsfraktionsvize Fuchs Kanzlerin Merkel sollte 2017 erneut antreten

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs wünscht sich, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 erneut antritt. "Wir haben zwölf gute Jahre ...

Flüchtlings Erstaufnahmelager Jenfelder Moorpark

© An-d / CC BY-SA 3.0

Bericht BAMF rechnet mit hunderten Flüchtlingen aus Calais

Aus dem Flüchtlingslager von Calais, das französische Sicherheitsbehörden derzeit räumen, könnten auch viele Asylsuchende nach Deutschland kommen. Das ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Trittin Drohendes Ceta-Aus „Blamage für große Koalition“

Das mögliche Scheitern des Freihandelsabkommens Ceta ist nach Auffassung der Grünen eine Blamage für die große Koalition in Berlin. "Der Bundestag hat ...

Weitere Schlagzeilen