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Pechstein läuft nach Infekt hinterher

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11.02.2012

Weltcup in Hamar Pechstein läuft nach Infekt hinterher

Deutsche Eisschnellläufer kritisieren “Vorverurteilung” in vermeintlicher Erfurter Dopingaffäre.

Dresden/Hamar – Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist zum Auftakt des Weltcups im norwegischen Hamar über 1.500 Meter nur auf Rang 18 gelaufen. Die Berlinerin schaffte die von ihr ungeliebte Mittelstrecke geschwächt von einem Infekt in 2:01,13 Minuten und war damit mehr als vier Sekunden länger unterwegs als die Siegerin Ireen Wüst aus den Niederlanden. Für Pechstein war es das bislang schlechteste Ergebnis seit ihrer Rückkehr nach zweijähriger Sperre.

“Bei Claudia hatten wir überlegt, ob sie überhaupt starten soll, weil sie zuletzt einen Infekt hatte. Sie wollte gern laufen, um sich auf die Mehrkampf-WM kommende Woche vorzubereiten. Wir hatten aber nicht mit einem guten Ergebnis gerechnet”, erklärte Bundestrainer Markus Eicher.

Die 5.000 Meter der Männer gewann Weltmeister Bob de Jong (6:21,23 Minuten) vor Olympiasieger Sven Kramer (beide Niederlande). Moritz Geisreiter (Inzell) kam als bester Deutscher auf Platz sieben (6:32,71) , Alexej Baumgärtner wurde Neunter, der Erfurter Patrick Beckert Zehnter.

Trainer Eicher: Erfurter Affäre “lenkt sehr ab vom Sport”

Am Vormittag hatte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) eine Stellungnahme der Athleten zur vermeintlichen Erfurter Dopingaffäre veröffentlicht. Darin verurteilen die Läufer die Berichterstattung in der “Causa Erfurt” als “unerträgliche Vorverurteilung”. In der Affäre geht es um das mit UV-Licht behandelte Blut von Sportlern am Olympiastützpunkt Erfurt. “Das beeinflusst die Athleten derzeit natürlich, es lenkt sehr ab vom Sport”, sagte Cheftrainer Markus Eicher in Hamar.

“In diesem Zusammenhang halten wir fest, dass bislang kein einziger Anti-Doping-Experte die Behauptung aufgestellt, geschweige denn den Beweis erbracht hat, dass mit der UV-Bestrahlung von 50 ml Blut, der Sauerstoffgehalt im Blut verbessert werden kann und somit durch die Anwendung einer solchen Behandlung Blutdoping – im Sinne der offiziellen Darstellung auf der WADA-Webseite – betrieben worden ist”, heißt es in der zweiseitigen Erklärung, die von Athletensprecherin Katrin Mattscherodt unterschrieben ist.

Die Läufer kritisieren zudem, dass sie über die Regeländerung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nicht aufgeklärt worden seien, nach der die Methode der UV-Blutbehandlung seit dem 1. Januar 2011 auf der Verbotsliste des WADA-Codes steht. Gegen die Eisschnellläuferin Judith Hesse sowie den Nachwuchsradsportler Jakob Steigmiller hat die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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