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PCB-belastete Eier bei drittem Betrieb entdeckt

© dapd

13.04.2012

Niedersachsen PCB-belastete Eier bei drittem Betrieb entdeckt

Futter nicht verantwortlich für Belastung in anderen Höfen.

Hannover – Ein dritter Legehennenbetrieb in Niedersachsen ist wegen überhöhter PCB-Belastung in Eiern gesperrt worden. Etwa 100.000 Eier des Freilandhofes im Landkreis Aurich gelangten vorher jedoch noch in den Handel nach Nordrhein-Westfalen, wie eine Sprecherin des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur dapd sagte. Ihren Angaben zufolge wurde der Betrieb bereits vor Ostern geschlossen, weil damals steigende PCB-Werte gemessen worden seien. Am Freitag sei dann erstmals bei einer Probe eine Überschreitung der Grenzwerte festgestellt worden. Demnach war der PCB-Gehalt mit 9,89 Pikogramm pro Gramm Fett fast doppelt so hoch wie erlaubt.

Die 100.000 Eier wurden laut Behörde alle an einen Zwischenhändler nach Nordrhein-Westfalen verkauft. Nach Auskunft des NRW-Verbraucherschutzministeriums wurden die Eier zwischen dem 12. März und 3. April geliefert und in Supermärkten weiterverkauft. Der Erzeugercode lautet 0-DE-0357661, demnach handelt es sich um Bio-Eier. Nach Angaben des zuständigen niedersächsischen Ministeriums ist der Verzehr der Eier nicht gesundheitsgefährdend.

Am Donnerstag waren bereits zwei Legehennenbetriebe mit konventioneller Freilandhaltung im Landkreis Aurich gesperrt worden, weil ihre Eier überhöhte Werte des dioxinähnlichen Giftstoffes PCB aufwiesen. Wie die Ministeriumssprecherin weiter sagte, wurde im Futter kein Hinweis für die Belastung gefunden. Das hätten entsprechende Tests ergeben. Alle ausgelieferten Eier wurden bereits zurückgerufen. Es könnten aber noch Eier bei den Verbrauchern sein. Die Behörden warnten vor dem Verzehr. Ob es einen Zusammenhang zwischen den drei nun gesperrten Betrieben gibt, war zunächst unklar.

Auch in NRW wurden bisher drei Betriebe wegen belasteter Eier gesperrt. Die Ursache für die überhöhten Grenzwerte ist dort ebenfalls noch unklar. Auf dem Bio-Hof im ostwestfälischen Stemwede suchten Kontrolleure des nordrhein-westfälischen Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutzes am Freitagmorgen nach einer Ursache für die Belastung mit dem dioxinähnlichen PCB. Das sagte der Sprecher der Behörde, Peter Schütz, der dapd und bestätigte damit einen Vorabbericht der Bielefelder „Neuen Westfälischen“ (Samstagausgabe).

Nachdem Tränkwasser und Futtermittel als Ursache ausgeschlossen wurden, nahm das Landesamt weitere Bodenproben. Außerdem wurden Akten geprüft, um weitere Aufschlüsse über die Vertriebswege des Stemweder Betriebs zu bekommen.

Erst nachdem das Landesamt am Donnerstag wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz Strafanzeige gegen unbekannt gestellt hatte, bekam die Behörde Zutritt zu den Räumen. „Das Ganze hat nun den Charakter einer kriminalistischen Fahndung“, sagte Schütz. Ursache müsse etwas sein, was in jüngerer Zeit passiert ist. „Wir werden so lange suchen, bis wir die Ursache gefunden haben“, fügte Schütz hinzu.

Bis Mitte kommender Woche will das Landesamt die Bodenproben auswerten. Der Giftstoffgehalt in den Eiern des Bio-Hofs Stemwede hatte den Grenzwert teilweise um das Sechsfache überschritten.

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